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21.07.2017

13:21 Uhr

U-Boot-Affäre

ThyssenKrupp-Vertriebspartner wird Kronzeuge

Beim U-Boot-Kauf sollen in Israel Schmiergelder geflossen sein. Jetzt wird der frühere israelische Vertriebspartner von ThyssenKrupp Marine Systems zum Kronzeugen. Auch Ministerpräsident Netanjahu steht unter Druck.

U-Boote auf dem Gelände der ThyssenKrupp Marine Systems GmbH in Kiel. dpa

U-Boote von ThyssenKrupp Marine Systems

U-Boote auf dem Gelände der ThyssenKrupp Marine Systems GmbH in Kiel.

Tel AvivIn der Affäre um den geplanten Kauf deutscher U-Boote wird der frühere israelische Vertriebspartner von ThyssenKrupp Marine Systems (TKNS) zum Kronzeugen. Miki Ganor habe eine Kronzeugen-Vereinbarung unterzeichnet, berichteten israelische Medien am Freitag. Er gehört zu sieben Personen, die im Zuge von Korruptionsermittlungen festgenommen worden waren. Bei dem Geschäft sollen unter anderem Schmiergelder geflossen sein.

Die Vereinbarung sehe vor, dass Ganor ein Jahr Haft absitze und zehn Millionen Schekel (rund 2,5 Millionen Euro) Strafe zahle, berichtete die Nachrichtenseite „ynet„. Er werde des schweren Betrugs verdächtigt, müsse sich zwei Wochen lang in einer Polizeieinrichtung aufhalten und dürfe Israel 90 Tage lang nicht verlassen. 

In der Affäre ist auch der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu unter Druck geraten. Sein persönlicher Rechtsberater und Verwandter David Schimron wurde unter Hausarrest gestellt. Schimron vertrat auch Ganor. Die Festnahmen erfolgten nach Polizeiangaben unter anderem wegen des Verdachts auf Geldwäsche und Betrug. Unter den Festgenommenen ist auch der frühere Oberkommandierende der Marine, Elieser Marom.

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Bei dem nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums 1,8 Milliarden Euro teuren Geschäft geht es um drei U-Boote von TKMS in Kiel. Außerdem hatte Israel 2015 einen Vertrag zum Kauf von vier Korvetten abgeschlossen.

Laut Medienberichten soll auch Netanjahu im Zuge der Ermittlungen befragt werden. Im Februar hatte das Justizministerium betont, dass er kein Verdächtiger in dem Fall sei. Schimron und Netanjahu haben die Korruptionsvorwürfe zurückgewiesen.

Von

dpa

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