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07.03.2006

18:10 Uhr

Übernahme

BASF wirft Engelhard Verzögerungstaktik vor

Der ins Übernahmevisier der BASF gerückte amerikanische Katalysatorenherstellers Engelhard lehnt weiterhin die Offerte des Ludwigshafener Chemiekonzerns ab. Das Angebot sei „unzureichend“, hieß es. Die Gräben zwischen den beiden Unternehmen scheinen immer tiefer zu werden.

BASF-Chef Jürgen Hambrecht plant die milliardenschwere Übernahme des US-Konzerns Engelhard. Foto: ap

BASF-Chef Jürgen Hambrecht plant die milliardenschwere Übernahme des US-Konzerns Engelhard. Foto: ap

HB FRANKFURT. Das Board von Engelhard empfehle einstimmig seinen Aktionären, die unerwünschte BASF-Offerte abzulehnen, teilte Engelhard am Dienstag mit. Das Angebot sei unangemessen und nicht im besten Interesse der Engelhard-Aktionäre, bekräftigte das Management frühere Aussagen. BASF hatte seine feindliche Offerte an die Aktionäre des US-Katalysatoren-Spezialisten bis zum 17. März verlängert. Engelhard wäre die größte Übernahme in der Firmengeschichte von BASF.

Der US-Konzern teilte außerdem mit, Engelhard wolle weiter nach Alternativen zu der BASF-Offerte suchen, die für die Aktionäre vorteilhafter seien. An diesem Prozess könne auch BASF teilnehmen, falls dies zu Bedingungen geschehe, die den Engelhard-Aktionären nicht zum Nachteil gereichten. BASF bleibe ausgeschlossen, sollte der Chemieriese nicht zu einer Vertraulichkeitsvereinbarung bereit sein. Angaben dazu, ob und mit welchen anderen Unternehmen Gespräche geführt werden, machte Engelhard allerdings nicht.

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF will Engelhard für insgesamt 4,9 Milliarden Dollar übernehmen und bietet Engelhard-Aktionären 37 Dollar in bar je Aktie. Eine Aufstockung lehnt BASF ab.

BASF wertete die Aussagen der Engelhard-Leitung als Verschleppungstaktik. „Es ist allein das Engelhard-Board, dass den Engelhard-Aktionären dabei im Weg steht, den Erfolg unseres Angebots zu bestimmen“, sagte ein BASF-Sprecher. Die BASF-Offerte sei fair. BASF habe nicht vor, sie um einen Dollar zu erhöhen, da der Konzern keinen Zugriff auf nicht-öffentliche Informationen über Engelhard erhalte.

Die BASF-Führung hatte im Januar eine Aufstockung um einen Dollar in Aussicht gestellt, falls sie Einblick in die Engelhard-Bücher erhalte und daraus gewonnene Informationen dies rechtfertigten. Die von Engelhard geforderte Vertraulichkeitsvereinbarung will BASF allerdings nicht unterzeichnen. Die vorgeschlagenen Bedingungen seien nicht akzeptabel, hatte der Konzern am Montag erklärt.

Engelhard will potenziellen Bietern nur im Zusammenhang mit einem Stillhalteabkommen Einsicht in seine Bücher gewähren. Ein solches Abkommen würde unter anderem bedeuten, dass, wenn kein Geschäft zustandekommt, der Bieter diese Informationen nicht für ein Gebot ohne die Zustimmung des Unternehmens nutzen kann.

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