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27.02.2014

11:26 Uhr

Übernahme

Bayer steigt in traditionelle chinesische Medizin ein

Bayer kauft sich eine chinesische Firma, die ihr Geschäft mit traditioneller chinesischer Medizin macht. Die Arzneien außer in China auch in Nigeria, Vietnam, Myanmar und Kambodscha vertrieben.

Bayer kauft sich ein chinesisches Unternehmen: Ein Preis wurde nicht genannt. Reuters

Bayer kauft sich ein chinesisches Unternehmen: Ein Preis wurde nicht genannt.

FrankfurtBayer steigt mit dem Kauf einer Firma aus dem Reich der Mitte in das Geschäft mit traditioneller chinesischer Medizin ein. Der Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern plane, den Hersteller Dihon Pharmaceutical Group zu übernehmen, der in diesem Bereich aktiv ist, teilte Bayer am Donnerstag mit. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Dihon erzielte im vergangenen Jahr mit rund 2400 Beschäftigten einen Umsatz von 123 Millionen Euro. Arzneien des Unternehmens werden außer in China auch in Nigeria, Vietnam, Myanmar und Kambodscha vertrieben. Bayer zählt mit Präparaten wie Aspirin, Alka-Seltzer und dem Magenmittel Rennie zu den weltgrößten Herstellern von frei verkäuflichen Arzneien und Gesundheitspräparaten.

Zu den Arzneien der 1997 gegründeten Firma aus Yunnan zählen Arzneien auf pflanzlicher Basis, die zur traditionellen chinesischen Medizin gehören. Dazu kommen rezeptfreie Mittel gegen Schuppen und andere Kopfhautprobleme und Cremes zur Behandlung von Hautpilz. Dihon gehört laut Bayer in China zu den führenden Unternehmen im so genannten OTC-Geschäft - so wird im Fachjargon das Geschäft mit rezeptfreien Arzneien und Gesundheitspräparaten genannt.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

Covestro (Deutschland)
Der Werkstoffhersteller aus Leverkusen verweist den letztjährigen Zehntplatzierten, das US-Unternehmen PPG Industries, in seine Schranken und gehört nun mit einem Verdienst in Höhe von 16,94 Milliarden US-Dollar selbst zu den zehn umsatzstärksten Chemieunternehmen der Welt. Covestro firmierte bis 2015 als Bayer Material Science, spaltete sich dann aber vom Chemiekonzern ab – mit Erfolg.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2018 / Gesamtjahr 2017, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Akzo Nobel (Niederlande)

In der Branche der Farben und Lacke hat der Hersteller mit Sitz in Amsterdam eine marktführende Position inne. Unter allen Chemieunternehmen kann sich Akzo Nobel mit einem Umsatz von 17,46 Milliarden US-Dollar immerhin auf dem neunten Rang positionieren.

Platz 8

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 20,5 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den achten Platz im Unternehmensranking.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmittel, Schönheitspflege und Klebstoffe. 2017 fuhr das Unternehmen einen Jahresumsatz von 23,99 Milliarden US-Dollar ein. Damit konnte Henkel seinen Verdienst zwar im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Fünftel steigern, wird im Ranking aber dennoch von einer anderen Firma überholt.

Platz 6

Air Liquide (Frankreich)
Nach einem Umsatzplus von mehr als einem Viertel ist das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz der neue Sechstplatzierte. 24,38 Milliarden US-Dollar konnten 2017 eingenommen werden. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegaseherstellern der Welt.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 34,48 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabische Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 35,41 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reicht es für den Hersteller von Methanol, Ethanol und Düngemittel weiter nicht für den Sprung unter die Top 3 – gerade in Anbetracht des gesunkenen Verdienstes (minus 11,55 Prozent) rückt das Podium nun auch in weitere Ferne.

Platz 3

Bayer (Deutschland)
Der deutsche Konzern muss seinen zweiten Platz an zwei fusionierte Konkurrenten abtreten. Auch der Umsatz geht auf 41,95 Milliarden US-Dollar zurück (minus 17,28 Prozent). Das Unternehmen mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutischen Industrie plant allerdings weiter selbst eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sind Bayer und Monsanto bereit, milliardenschwere Firmenteile zu verkaufen.

Platz 2

Dow Dupont (USA)
Zum 1. September des vergangenen Jahres wurde die Fusion der beiden US-Unternehmen Dupont und Dow Chemical vollzogen. Das neugeschaffene Unternehmen sichert sich mit einem gemeinsamen Umsatz in Höhe von 62,48 Milliarden US-Dollar zunächst mit weitem Abstand den zweiten Rang im Unternehmensranking. Es ist weiterhin geplant, das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufzuspalten.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 77,24 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder als an Größe an sich gelegt werden.

In China machen Präparate der traditionellen Medizin laut Bayer rund die Hälfte des Marktes mit rezeptfreien Arzneien aus, auf dem 2012 insgesamt 12,1 Milliarden Euro umgesetzt wurden. Ganz neu ist dieses Feld für Bayer allerdings nicht: Der Konzern hatte erst im vergangenen Jahr die Pharmafirma Steigerwald übernommen, die sich auf Präparate auf rein pflanzlicher Basis spezialisiert hat.

Bayer will den Zukauf von Dihon im zweiten Halbjahr unter Dach und Fach bringen. Die Kartellbehörden müssen noch zustimmen. Der Ausbau des Geschäft mit frei verkäuflichen Arzneien und Gesundheitsmitteln zählt zu den erklärten Zielen von Bayer-Chef Marijn Dekkers. Insgesamt erzielte Bayer in dem Geschäft 2012 Umsätze von rund 3,85 Milliarden Euro. Die Leverkusener gelten Insidern zufolge auch als Interessenten für das Geschäft mit rezeptfreien Arzneien des US-Pharmariesen Merck & Co. Die Sparte der Amerikaner, die unter anderem Dr. Scholl's-Fußpflegeprodukte, Sonnencremes der Marke Coppertone und das Allergiemittel Claritin herstellt, könnte zwischen zehn und zwölf Milliarden Dollar wert sein.

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rtr

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