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07.07.2011

16:18 Uhr

Übernahme

Chinesen schlagen erneut bei deutschem Autozulieferer zu

Nach Saargummi und Preh nun auch KSM Castings: Der deutsche Autozulieferer bekommt einen neuen Eigentümer aus China. 300 Millionen Euro lässt sich das staatliche Konglomerat CITIC die Übernahme kosten.

Der deutsche Autozulieferer KSM Castings bekommt einen neuen Eigentümer aus China. Quelle: dpa

Der deutsche Autozulieferer KSM Castings bekommt einen neuen Eigentümer aus China.

FrankfurtDer Kauf des Herstellers von Leichtmetall-Teilen aus Hildesheim durch den weltgrößten Alufelgen-Hersteller Citic Dicastal Wheel Manufacturing ist die bisher größte Übernahme durch einen Konzern aus dem Reich der Mitte. Das zum staatlichen Konglomerat CITIC gehörende Unternehmen zahlt für KSM Castings mehr als 300 Millionen Euro an den Finanzinvestor Cognetas, wie mehrere mit der Transaktion vertraute Personen am Donnerstag sagten.

Zuletzt waren bereits die deutschen Autozulieferer Saargummi und Preh an chinesische Eigentümer gegangen. Die Regierung in Peking forciert den Einstieg in strategische Branchen wie den Automobil- und Maschinenbau und hat dafür bürokratische Hürden abgebaut. KSM Castings, ehemals ThyssenKrupp Fahrzeugguss, gehört seit 2005 zu Cognetas. Das Unternehmen aus Niedersachsen stellt etwa den gesamten Motoren-Unterbau für alle VW Golf her. Cognetas hat nach eigenen Angaben mehr als 135 Millionen Euro in KSM investiert und unter anderem ein Werk in China gekauft. Im vergangenen Jahr setzte KSM 401 Millionen Euro um.

KSM ist das letzte von drei Unternehmen, das der Private-Equity-Investor Anfang des Jahres zum Verkauf gestellt und nun verkauft hat. Vorher war der Gartenzubehör-Hersteller Oase für knapp 100 Millionen Euro an Barclays Private Equity gegangen. Die Werbeagentur Commarco, zu der auch die deutsche Scholz + Friends gehört, ging an den Marketingkonzern WPP. Finanzkreisen zufolge hatte Cognetas alternativ zu einem Verkauf von KSM Castings erwogen, das Unternehmen eine Hochzinsanleihe ausgeben und sich davon eine Sonderdividende auszahlen zu lassen.

Mit dem Verkauf kann Cognetas nun seinen ersten, rund eine Milliarde Euro schweren Fonds schließen. Die Investoren haben ihren Einsatz dabei mehr als verdoppelt. Aus dem zweiten Fonds im Volumen von 1,25 Milliarden Euro sind noch 200 Millionen für ergänzende Zukäufe übrig. Längerfristig will der neue Cognetas- Chef Patrick Eisenchteter Investoren für einen dritten Fonds gewinnen.


Von

rtr

Kommentare (2)

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Kackbolzen

07.07.2011, 17:03 Uhr

Die Chinesen sind nicht doof. Mit der Weichwährung € werden die deutschen Perlen verramtscht. So ist das eben, wenn die Währung nicht zur Wirtschaft passt. Die grünen und roten Gutmenschen kapieren das natürlich nicht. Aber dem € sei Dank, sind wir auf dem Weg in die EUSSR. Ein Vielvölkerbundesstaat, der so enden wird wie die USSR und Jugoslawien. Daran sollte jeder denken, der sich das "Vereinigte Europa" wünscht!

I.B.

07.07.2011, 18:24 Uhr

是故百戰百勝,非善之善者也;不戰而屈人之兵,善之善者也。

是故勝兵先勝而後求戰,敗兵先戰而後求勝。

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