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25.06.2012

13:39 Uhr

Übernahme durch VW

Neue Aufgaben für die Porsche-Mutter

Die Porsche-Muttergesellschaft PSE soll im Zuge der Übernahme durch den VW-Konzern umgebaut werden. Das Vehikel dienste einst als Waffe im Übernahmekampf. Künftig soll die Gesellschaft Rohstoffe oder Immobilien kaufen.

Aufpolierte Aufgaben: Die Porsche-Muttergesellschaft PSE erhält einen neues Firmenziel. dpa

Aufpolierte Aufgaben: Die Porsche-Muttergesellschaft PSE erhält einen neues Firmenziel.

Stuttgart/WolfsburgDie Porsche-Muttergesellschaft Porsche SE (kurz PSE) hortet zwei Schätze unter ihrem Dach. Erstens halten die Schwaben gut 50 Prozent der Volkswagen-Stammaktien, also der stimmberechtigten Anteilsscheine des Wolfsburger Konzerns. Zweitens gehört der Dachgesellschaft gut die Hälfte am Porsche-Sportwagengeschäft.

Diese Konstellation ist das Ergebnis eines Burgfriedens, den die Stuttgarter und die Wolfsburger nach einer Übernahmeschlacht vor rund drei Jahren schlossen. Die PSE hatte sich beim Versuch, mit riskanten Finanzgeschäften die Macht bei VW an sich zu reißen, kräftig verhoben und derart viele Schulden angehäuft, dass am Ende ausgerechnet VW die letzte Rettung war.

In einem ersten Schritt der Hilfe kauften die Wolfsburger 2009 knapp die Hälfte am reinen Sportwagengeschäft aus der Porsche AG. Es flossen knapp 4 Milliarden Euro in den Süden, die den gut elf Milliarden Euro großen Schuldenberg der PSE ein Stück weit abtrugen.

So schnell wie möglich soll nun die zweite Hälfte der Porsche AG auch an VW gehen. Unter dem Dach der PSE blieben dann noch die VW-Anteile. Doch das ist ihren Besitzern - allen voran die Familien Porsche und Piëch, gefolgt vom Emirat Katar - offenbar zu wenig. Daher sollten die Aktionäre am Montag eine umfassende Satzungsänderung beschließen.

Kern der neuen Basis für die PSE: Sie kann künftig beispielsweise auch mit Rohstoffen handeln, Wind- oder Solarenergie erzeugen und damit handeln oder im großen Stil ins Immobiliengeschäft einsteigen. Die Mittel dafür kämen auch aus dem Dividendenanspruch der VW-Aktien. Winterkorn erklärte am Montag, dass das Geld in der PSE in Zukunft „für weitere strategische Beteiligungen“ genutzt werden solle.

Automobilexperten sehen darin ein Indiz dafür, dass die PSE strategische Positionen in der Welt der Autobauer besetzen soll - etwa bei Energie oder Materialeinkauf - und diese Stellung mit einem Geschäftsmodell in Richtung VW verknüpft. Deren Chef sagte: „Volkswagen bleibt auch in Zukunft das Kerninvestment der Porsche SE. Die Porsche SE ist und bleibt untrennbar mit der Automobilindustrie verbunden.“ Alle denkbaren neuen Geschäftsfelder bewegten sich „entlang der automobilen Wertschöpfungskette“ - die PSE bleibe also der Autowelt treu. Details nannte Winterkorn am Montag nicht.

Von

dpa

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