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16.01.2007

09:02 Uhr

Übernahme

GE setzt auf Flugzeuge

Der US-Mischkonzern General Electric (GE) baut mit einer Milliardenübernahme sein bedeutendes Flugzeug-Geschäft aus. Der nach Marktwert zweitgrößte Konzern der Welt will stärker von der großen Nachfrage nach Passagier- und Militärjets profitieren und kauft dafür die Luftfahrt-Sparte der britischen Smiths Group für 4,8 Mrd. Dollar.

dih / ebe NEW YORK. Beide Firmen kündigten am gestrigen Montag zudem an, ihr Detektor- und Sicherheitsgeschäft in einem Gemeinschaftsunternehmen zu bündeln. Das Konglomerat Smiths, dem unter anderem der Wiesbadener Sicherheits-Spezialist Heimann gehört, beschäftigt 32 000 Menschen in 50 Ländern. Seine Flugzeugsparte liefert etwa Komponenten für den Riesen-Airbus A380, den neuen Boeing-Bestseller 787 „Dreamliner“ sowie für den Kampfjet „Joint Strike Fighter“ von Lockheed Martin. Für einen mittelgroßen Anbieter wie Smiths sind die Entwicklungskosten für diese Milliarden-Projekte jedoch mit hohen Risiken verbunden. Smiths-Chef Keith Butler-Wheelhouse erklärte, die neue Generation von Flugzeug-Programmen erfordere immer größere Investitionen und zwinge Zulieferer aus Kostengründen entweder zu Expansionen oder eben zum Verkauf.

GE ist im Flugzeug-Geschäft eine deutlich größere Nummer. Die Sparte GE Capital Services (Gecas) ist ein weltweit führender Anbieter im Flugzeug-Leasing. Der Bereich Infrastruktur, zu dem neben Kraftwerksturbinen insbesondere Flugzeugtriebwerke gehören, bringt GE inzwischen fast die Hälfte des Konzerngewinns bei einem Umsatzanteil von rund 30 Prozent.

Konzernchef Jeffrey Immelt konzentriert sich deshalb stark auf das im Vergleich zur klassischen Industrie stärker wachsende Hochtechnologie-Geschäft. Die Übernahme passe genau in die GE-Strategie, sagte Immelt bei einer Telefonkonferenz. „Wir haben uns langfristig verpflichtet, das technische Fundament der Firma zu verbessern und in High-Tech-Sektoren mit schnellem Wachstum zu investieren.“ Der vergleichsweise hohe Übernahmepreis beflügelte nicht nur die Smiths-Aktien (plus elf Prozent), sondern auch die Papiere anderer Zulieferer: Firmen wie Meggitt, Cobham und Ultra legten im Zuge des Deals deutlich zu, weil auch sie von Investoren nun als attraktive Übernahmekandidaten gehandelt werden.

An dem neuen Joint Venture für Sicherheitstechnik wird Smiths 64 Prozent und GE 36 Prozent halten. Smiths hatte Interesse bekundet, die Detektoren-Sparte von GE zu kaufen, der US-Konzern lehnte jedoch ab. Seit dem Terror des 11. September 2001 sind Sicherheitsdienstleistungen en vogue – ein Trend, von dem die Anbieter von Sprengstoffdetektoren und ähnlicher Technik deutlich profitieren.

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