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07.02.2006

17:00 Uhr

Übernahme-Gesetz

Luxemburg hilft Arcelor

Vor dem Hintergrund eines feindlichen Übernahmeangebots für Arcelor hat Luxemburg am Dienstag angekündigt, in Kürze die EU-Übernahmerichtlinie in nationales Recht umzusetzen. Zudem wird der Stahlkonzern selber in der nächsten Woche möglicherweise erstmals offensiv vorgehen.

Arcelor Headquarter in Luxemburg. Foto: dpa

Arcelor Headquarter in Luxemburg. Foto: dpa

HB LUXEMBURG. Luxemburg hilft dem Arcelor-Konzern in seinem Kampf gegen die feindlichen Fusionspläne des Weltmarktführers Mittal durch ein neues restriktiveres Übernahmegesetz. Mit dem Gesetzentwurf schöpft der Kleinstaat den von der Europäischen Union (EU) gegebenen Spielraum im Kampf gegen unerwünschte Übernahmen voll aus. Wie der luxemburgische Justizminister Luc Frieden erklärte, sei der Gesetzentwurf durch den Übernahmeversuch beim luxemburgischen Stahlkonzern Arcelor durch Mittal Steel beschleunigt worden.

Nach diesen Plänen soll der Vorstand in Luxemburg ansässiger Firmen größere Handlungsfreiheit haben, um feindliche Übernahmen abzuwehren. Eine Genehmigung durch die Hauptversammlung ist dafür ebenso wenig notwendig wie für die Ausgabe neuer Aktien, die im Abwehrkampf eingesetzt werden sollen.

Das Gesetz richte sich nicht gegen eine bestimmte Firma, betonte Frieden. Es soll spätestens bis zum 20. Mai in Kraft treten. Die luxemburgische Regierung lehnt die Übernahme Arcelors durch den britisch-indischen Unternehmer Lakshmi Mittal strikt ab. Luxemburg ist mit 5,6 Prozent der größte bekannte Einzelaktionär von Arcelor.

Inzwischen ist Mittal Steels Übernahmeangebot für Arcelor über 18,6 Mrd. Euro bei der luxemburgischen Bankenaufsicht eingegangen. Damit kann die offizielle Prüfung beginnen. Die Bankenaufsicht hatte bereits am Freitag angekündigt, dass Angebot Mittals genau prüfen zu wollen. Es werde den Aktionären nur zugestellt, wenn es „umfassend, zusammenhängend und verständlich“ sei.

Mittal Steel will seine Investitionen in Ost- und Mitteleuropa aufstocken und so die Werke dem westeuropäischen Produktivitätsniveau näher bringen. Kritiker der Mittal-Offerte für Arcelor hatten besonders auf diese Produktivitäts-Schwachpunkte des Weltmarktführers hingewiesen. Mittal Steel werde in diesem Jahr eine halbe Milliarde Euro investieren im Vergleich zu 380 Mill. Euro 2005, sagte Mittal-Europa-Chef Roeland Baan der französischen Zeitung „La Tribune“ (Dienstag). Ziel sei die Modernisierung der Anlagen.

So sollen die Qualität erhöht und die Produktivität von derzeit 300 Tonnen je Arbeiter jährlich auf 500 Tonnen hoch geschraubt werden. Dies wäre aber immer noch nur die Hälfte der Produktivität westeuropäischer Hüttenwerke, räumte Baan ein.

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