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26.02.2014

11:50 Uhr

Übernahme in Norwegen

Bayer macht Übernahme von Algeta perfekt

Mit einem Paukenschlag sichert sich Bayer für 2,1 Milliarden Euro das Pharmaunternehmen Algeta und will prompt die Aktien der Osloer von der Börse nehmen. Die Aufsichtsbehörden geben grünes Licht für den Deal.

Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer ist bei der Übernahme des norwegischen Krebsspezialisten Algeta auf der Zielgeraden. dpa

Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer ist bei der Übernahme des norwegischen Krebsspezialisten Algeta auf der Zielgeraden.

FrankfurtBayer hat die milliardenschwere Übernahme der norwegischen Pharmafirma Algeta perfekt gemacht. Deutschlands größter Arzneimittelhersteller erhielt für sein Kaufangebot Zusagen für 97,28 Prozent der Algeta-Aktien, wie der Pharma- und Chemiekonzern am Mittwoch mitteilte. Die Leverkusener hatten für die Übernahme zur Bedingung gemacht, dass sie mindestens 90 Prozent der Algeta-Aktien einsammeln können. Für den Krebsspezialisten aus Oslo zahlt Bayer insgesamt 2,1 Milliarden Euro. Algeta-Aktionären wurden 362 norwegische Kronen je Aktie in bar geboten.

Bayer will Algeta nun von der Börse nehmen, die Algeta-Minderheitsaktionäre sollen zwangsausgeschlossen werden. Der Konzern will die Übernahme noch im ersten Quartal unter Dach und Fach bringen. Die Aufsichtsbehörden haben bereits grünes Licht für den Zukauf gegeben.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

PPG Industries (USA)
Mit 15,33 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet das US-Unternehmen mit Firmensitz in Pittsburgh (Pennsylvania) auf dem zehnten Platz der umsatzstärksten Chemieunternehmen weltweit.
Zu den Produktbereichen gehören Kunstglasprodukte, Kunstharze und Beschichtungswerkstoffe für Raumfahrt, Architektur und Industrie.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2017 / Gesamtjahr 2016, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 17,83 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den neunten Platz im Unternehmensranking.

Platz 8

Air Liquide (Frankreich)
Auf Platz acht des aktuellen Rankings landet das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz. 19,08 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz in 2016 machen dies möglich. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegasherstellern der Welt.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmitte, Schönheitspflege und die Klebstoffe und fuhr 2016 einen Jahresumsatz von 19,69 Milliarden US-Dollar ein. In naher Zukunft möchte der Siebtplatzierte sowohl die US-Firma Darex Packaging Technologies für mehr als 1,05 Milliarden US-Dollar übernehmen als auch den mexikanischen Anbieter von Friseurprodukten Nattura Laboratorios aufkaufen. Der Düsseldorfer Konsumgüterkonzern will so vor allem das eigene Friseurgeschäft in Mexiko und den USA ausbauen.

Platz 6

DuPont (USA)
24,6 Milliarden US-Dollar Umsatz und Platz sechs für den Konzern für Chemie, Materialien und Energie. Im Dezember 2015 gaben DuPont und der Konkurrent Dow Chemical bekannt, dass sie fusionieren wollen. Danach soll das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufgespalten werden.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 29,18 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabischer Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 39,5 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reichte es für Metallkonzern nicht für den Sprung unter die Top-3-Chemiekonzerne. Neben Grundchemikalien wie Methanol und Ethanol stellt das Unternehmen aus dem Nahen Osten auch Düngemittel her.

Platz 3

Dow Chemical (USA)
Mit 48,16 Milliarden US-Dollar Umsatz fiel der zukünftige Fusionspartner von DuPont um einen Platz im Vergleich zum Vorjahr. Die Hauptgeschäftsbereiche des US-Unternehmens aus Midland (Michigan) erstrecken sich auf die Kunststoffherstellung, Vorprodukte für die Wasseraufbereitung, Klebstoffe, Insektiziden, Saatgut und die Herstellung von Grundstoffen wie Chlor und Natronlauge.

Platz 2

Bayer (Deutschland)
Der zweitplatzierte deutsche Konzern (49,2 Milliarden US-Dollar Umsatz 2016) mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutische Industrie plant eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sollen Bayer und Monsanto bereit sein, Firmenteile für 2,5 Milliarden Dollar zu verkaufen.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 60,54 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder, als an Größe an sich gelegt werden.

„Diese Übernahme stärkt unser Onkologie-Geschäft“, sagte Bayer-Chef Marijn Dekkers. Bayer arbeitet bereits seit 2009 mit Algeta bei dem Krebsmedikament Xofigo zusammen. Das Präparat zählt bei Bayer zu den wichtigsten Neuentwicklungen. Konzernchef Dekkers traut der Arznei – alle Therapiefelder zusammengenommen – mehr als eine Milliarde Euro Umsatz im Jahr zu. „Wir sind absolut überzeugt vom Potenzial dieses Medikaments“, erklärte er. Xofigo gibt radioaktive Alphastrahlung ab und soll so gezielt gegen Krebszellen in den Knochen wirken. Mit dem Kauf von Algeta kann Bayer künftig alle Einnahmen mit dem Mittel für sich verbuchen.

In den USA und in Europa ist Xofigo bereits zugelassen. Algeta hat aber noch weitere Substanzen in der Entwicklung. So arbeitet das Unternehmen an einem Wirkstoff, der auf der radioaktiven Substanz Thorium 227 aufbaut. Die Norweger kooperieren dabei unter anderem mit dem französischen Pharmariesen Sanofi und der Biotechfirma Ablynx aus Belgien.

Von

rtr

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