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15.02.2012

16:48 Uhr

Übernahme

Kellogg's schluckt Pringles

VonThomas Jahn

Müsli-Hersteller Kellogg's übernimmt den amerikanischen Kartoffelchips-Hersteller Pringles. Der Mutterkonzern Procter & Gambler, der ursprünglich an Diamond Foods verkaufen wollte, kassiert Milliarden.

Pringles Chips in einem Geschäft. dapd

Pringles Chips in einem Geschäft.

New YorkDer Verkauf von Pringles stand schon lange Zeit fest. Procter & Gamble will sich auf Windeln, Waschmittel und anderen Konsumgütern, die nichts mit Lebensmitteln zu haben, konzentrieren. Allerdings wollte man an Diamond Foods veräußern. Doch ist der Snackhersteller derzeit in einem Bilanzskandal verwickelt. Kelloggs nutzt die Gelegenheit und zahlt mit 2,7 Milliarden Dollar  rund 350 Millionen Dollar mehr als Diamond Foods.

Mit der Akquisition baut Kelloggs sein Snack-Geschäft mit Special K Cracker Chips, Cheez-It oder Keebler deutlich aus. Pringles ist weltweit mit 1,5 Milliarden Dollar Umsatz in 140 Ländern der zweitgrößte Anbieter von gewürzten Snacks. Durch die Übernahme verdreifacht sich das Snack-Geschäft von Kelloggs, die vor allem Chancen für Pringles in Mittel- und Südamerika sehen: „Das ist ein unwiderstehliches Asset für einen sehr günstigen Preis“, sagt Vorstandschef John Bryant.

Die Aktionäre von Kelloggs sehen es genauso, obwohl das Unternehmen zwei Milliarden Dollar an Schulden aufnehmen muss und für die kommenden zwei Jahre seine Aktienrückkäufe einstellt. Die Aktie stieg zum freundlichen Börsenauftakt in New York um knapp vier Prozent.

Interessanterweise kletterte auch die Aktie von Diamond Foods um rund zwei Prozent nach oben. Der Hersteller von Chips wie Kettle oder Pop Secret bot für Pringles 2,35 Milliarden Dollar. Davon wären 1,5 Milliarden Dollar durch Aktien finanziert worden, Procter & Gamble wäre mit 57 Prozent zum Hauptaktionär aufgestiegen. Allerdings fiel der Kurs von Diamond Foods in den vergangenen zwölf Monaten um rund 55 Prozent nach unten. Das Unternehmen manipulierte  Zahlungen an Walnuss-Produzenten in Kalifornien, vergangene Woche feuerte es den Vorstands- und Finanzchef.

Für Procter & Gamble ist der Verkauf ein dreifacher Gewinn. Man erzielt einen höheren Verkaufspreis und wird auch nicht Großaktionär bei Diamond Foods. Wären die zwielichtigen Bilanzmanöver erst nach dem Verkauf herausgekommen, würde Procter & Gamble auf einem stark gefallenen Aktienpaket sitzen. Auch schließt Procter & Gamble mit dem Verkauf die Auflösung seiner Lebensmittelsparte ab. Schon 1998 veräußerte es die Fruchtsaftmarke Valensina, 2004 die Getränkemarken Sunny Delight und Punica und 2008 die Kaffeesparte Folgers.

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