Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.01.2010

11:00 Uhr

Übernahme

Kraft reicht die knappe Mehrheit an Cadbury

VonKatharina Slodczyk

Der US-Lebensmittelkonzern Kraft senkt die Mindestannahmequote für die Übernahme des britischen Schokoladenherstellers Cadbury. Statt 90 Prozent reicht dem Unternehmen jetzt ein Anteil von 50 Prozent plus eine Aktie. Großaktionär Warren Buffett kritisiert den Deal.

Der Übernahme Cadburys steht nichts mehr im Weg: Kraft hat die Mindestannahmequote für die Übernahme des britischen Schokoladenherstellers gesenkt. Reuters

Der Übernahme Cadburys steht nichts mehr im Weg: Kraft hat die Mindestannahmequote für die Übernahme des britischen Schokoladenherstellers gesenkt.

LONDON. Der amerikanische Lebensmittelkonzern Kraft Foods hat die selbst auferlegte Hürde für die Übernahme des britischen Schokoladenherstellers Cadbury gesenkt. Dem Unternehmen reichen jetzt 50 Prozent an Cadbury plus eine Aktie, um das Geschäft durchzuziehen, teilte Kraft gestern mit. Ursprünglich lag die Mindestannahmeschwelle bei 90 Prozent.

Vor gut einer Woche hat Cadbury den monatelangen Widerstand gegen die Übernahme durch Kraft aufgegeben. Der US-Nahrungsmittelriese hatte seine Offerte auf knapp zwölf Milliarden Pfund (umgerechnet 13,6 Milliarden Euro) erhöht.

Kraft und Cadbury kommen gemeinsam auf einen Jahresumsatz von etwa 36 Milliarden Euro und rücken so näher an den Weltmarktführer bei Lebensmitteln heran, den Schweizer Nestlé-Konzern. Auf dem Markt für Süßigkeiten überholen Kraft und Cadbury die bisherige Nummer eins, Mars-Wrigley.

Lebensmittelriese wollte sich Ausstiegsmöglichkeit offen halten

Der amerikanische Konzern habe ursprünglich die Mindestquote, um die Übernahme perfekt zu machen, auf 90 Prozent und damit sehr hoch angesetzt, um sich eine Ausstiegsmöglichkeit offenzuhalten, hieß es gestern auf dem Umfeld von Kraft. Davon wolle man jetzt keinesfalls mehr Gebrauch machen. „Wir sind entschlossen, Cadbury zu übernehmen und wollen dies auch allen Anteilseignern verdeutlichen“, verlautete aus Unternehmenskreisen.

Die Aktionäre müssen bis Dienstag nächster Woche entscheiden, ob sie ihre Aktien an Kraft verkaufen. Zuletzt hatten Hedgefonds, die insgesamt fast ein Viertel der Cadbury-Anteile halten, und einige Großinvestoren signalisiert, dass sie das Angebot von Kraft annehmen würden.

Warren Buffett, größter Kraft-Aktionär, kritisierte den Deal dagegen. Es sei ein schlechtes Geschäft. „Hätte ich die Möglichkeit, würde ich dagegen stimmen“, sagte er.

Doch Kraft braucht nicht die Zustimmung seiner Aktionäre. Der Konzern plant zwar eine Kapitalerhöhung, um die Übernahme zu finanzieren. Doch diese fällt geringer aus als ursprünglich vorgesehen, so dass die Aktionäre diesen Schritt nicht absegnen müssen.

In den vergangenen Tagen haben sich auch Cadbury-Aktionäre der Kritik Buffetts angeschlossen. Denn der Kraft-Aktienkurs hat nachgegeben, und damit ist die Offerte des Konzerns von einst 850 Pence je Aktie etwas weniger wert.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×