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18.06.2011

14:50 Uhr

Übernahme

MAN-Chef empfiehlt Ablehnung des VW-Angebots

95 Euro je Aktie hat Volkswagen für den Lkw-Hersteller MAN geboten. Zu wenig, findet Konzernchef Georg Pachta-Reyhofen, und empfiehlt den Aktionären, die Übernahmeofferte abzulehnen. Der Manager hat gute Argumente.

MAN-Chef Georg Pachta-Reyhofen ist von den Qualitäten des LKW-Bauers überzeugt. Quelle: Reuters

MAN-Chef Georg Pachta-Reyhofen ist von den Qualitäten des LKW-Bauers überzeugt.

MAN-Chef Georg Pachta-Reyhofen empfiehlt seinen Aktionären, das Übernahmeangebot von Volkswagen abzulehnen. Der Lastwagenbauer sei mehr wert, als VW dafür biete, sagte Pachta-Reyhofen der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. „Das von VW gemachte Pflichtangebot ist nicht angemessen, das belegen die Gutachten, die Vorstand und Aufsichtsrat unabhängig voneinander in Auftrag gegeben haben. Wer an einer weiteren Wertsteigerung von MAN teilhaben will, muss seine Aktien behalten.“

VW hat 95 Euro je MAN-Aktie geboten, um diesen Wert pendelt die Aktie seither. „Der aktuelle Kurs spiegelt noch nicht die potenziellen Synergien wider, die durch eine engere Kooperation mit Scania und VW entstehen können“, betonte Pachta-Reyhofen.

Das Geschäft im laufenden Jahr übertrifft nach Aussage des MAN-Chefs alle Prognosen. „Wir haben die Produktion enorm hochgefahren: 2009 haben wir in Deutschland 36.000 Lastwagen hergestellt, dieses Jahr werden es rund 80.000, dazu kommen noch 70.000 in Brasilien: 150.000 Stück insgesamt. Das ist ein Wort, deutlich über allen Plänen.“

Im Streit um die ehemalige Tochter Ferrostaal, die MAN an den Staatsfonds IPIC aus Abu Dhabi verkauft hat, zeichnet sich nach dem Worten des Konzernchefs eine Lösung ab. „Wir werden wieder konstruktive Gespräche führen. Mit der Situation kann niemand auf Dauer leben.“ Nachdem der Schmiergeldskandal bei Ferrostaal aufgeflogen war, hatte IPIC sich geweigert, Geld an MAN zu überweisen, es folgte eine monatelange Schlammschlacht und Funkstille zwischen den zerstrittenen Parteien.

„Mittlerweile zeigt IPIC wieder Verhandlungsbereitschaft“, ergänzte Pachta-Reyhofen. Nun hofft der MAN-Chef auf eine rasche Einigung: „Je schneller, umso besser“.

MAN hatte im Jahr 2009 70 Prozent der Ferrostaal-Anteile an IPIC verkauft. Wenig später flog der Schmiergeldskandal bei Ferrostaal auf. IPIC weigert sich deshalb, wie vorgesehen die übrigen 30 Prozent zu übernehmen.

Der Rechtsstreit galt lange als große Hürde für den anvisierten Zusammenschluss von MAN und seinem Konkurrenten Scania unter dem Dach des gemeinsamen Großaktionärs VW. Nach der Vorlage des Übernahmeangebots von VW für MAN steht das Thema aber Verhandlungskreisen zufolge nicht mehr ganz oben auf der Agenda.

Von

dpa

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