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24.01.2011

21:19 Uhr

Übernahme

Novartis will Krebstherapien vorantreiben

VonSiegfried Hofmann

Der Pharmakonzern Novartis steht vor der Übernahme des auf die Diagnose von Blutkrebs spezialisierten Labordienstleisters Genoptix. Mit Hilfe des kalifornischen Unternehmens hofft Novartis die Entwicklung von individualisierten Krebstherapien voranzutreiben.

Die Ambitionen von Novartis gehen über das reine Angebot von Medikamenten hinaus. Quelle: dpa

Die Ambitionen von Novartis gehen über das reine Angebot von Medikamenten hinaus.

FRANKFURT. Der Baseler Pharmakonzern Novartis will die amerikanische Diagnostik- und Laborfirma Genoptix für 470 Millionen Dollar übernehmen. Er setzt damit seine Strategie der Diversifikation fort und steigt erstmals ins Geschäft mit Diagnostikserviceleistungen ein.

Genoptix ist ein auf die Diagnose von Blutkrebs spezialisierter Labordienstleister mit 500 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von zuletzt 184 Millionen Dollar. Mit Hilfe des kalifornischen Unternehmens hofft Novartis die Entwicklung von individualisierten Krebstherapien voranzutreiben. Genoptix soll daher der Einheit Molekulardiagnostik innerhalb der Pharmasparte von Novartis zugeordnet werden.

Der Zukauf zeigt, dass Novartis im Pharmageschäft Ambitionen hegt, die über das reine Angebot von Medikamenten hinausreicht. Hintergrund ist der Trend zur „personalisierten Medizin“. Damit ist die Idee gemeint, Therapien und Wirkstoffe möglichst genau auf bestimmte genetische und andere Merkmale von Patienten abzustimmen. In diesem Zuge arbeitet auch Novartis intensiv an den dazu nötigen Diagnoseverfahren, die dann in Kombination mit neuen Wirkstoffen eingesetzt werden sollen. Genoptix soll die Entwicklung und den Einsatz solcher Begleitdiagnostika unterstützen.

Das Genoptix-Management hat der Übernahme zugestimmt. Den Aktionären bietet Novartis einen Aufschlag von 27 Prozent gegenüber dem letzten Börsenkurs. Das entspricht dem Achtfachen des operativen Gewinns vor Abschreibungen (Ebitda). Dies ist im Vergleich zu vielen Pharmatransaktionen wenig, entspricht aber in etwa den aktuellen Bewertungen von Laborfirmen.

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