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15.01.2009

14:44 Uhr

Übernahme

Offenbar Auflagen für Nordzucker bei Danisco-Übernahme

Das Bundeskartellamt will der deutschen Nordzucker offenbar nur unter Auflagen erlauben, die Zuckersparte der dänischen Danisco zu übernehmen. Die Fusion beschert dem zweitgrößten deutschen Zuckerhersteller 16 Prozent Marktanteil in Europa.

Will wachsen: Nordzucker. Foto: dpa dpa

Will wachsen: Nordzucker. Foto: dpa

HB DÜSSELDORF/KOPENHAGEN. Das Kartellamt plane kein Fusionsverbot, wohl aber Auflagen, um Einschränkungen des Wettbewerbs zu verhindern, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen am Donnerstag. Vor allem eine Danisco-Fabrik in Anklam, die mitten im Marktgebiet von Nordzucker liege, bereite den Wettbewerbshütern Sorge. Diese drängten auf einen Verkauf des Werks, hieß es.

Eine Nordzucker-Sprecherin sagte: „Es gibt zahlreiche Themen, Anklam ist nur eines davon.“ Danisco wollte zu den Angaben ebenso wie das Kartellamt keine Stellung nehmen. Einer Sprecherin der Bonner Behörde sagte nur: „Wir äußern uns nicht zu laufenden Verfahren.“ Der Kurs der Danisco-Aktie reagierte zunächst mit Verlusten von über einem Prozent auf die Nachricht. Die Papiere erholten sich dann und notierten am Mittag mit einem Plus von über vier Prozent.

Das Kartellamt hatte seine im Oktober eingeleitete detaillierte Untersuchung der Übernahmepläne in dieser Woche bis zum 20. Februar verlängert. „Es sind umfangreiche Prüfungen notwendig“, hatte eine Sprecherin zur Begründung gesagt.

Der zweitgrößte deutsche Zuckerhersteller hatte im Juli die Übernahme der Zuckersparte von Danisco angekündigt. Mit der rund 750 Millionen Euro schweren Transaktion will das Braunschweiger Unternehmen sein Geschäft um mehr als zwei Drittel ausbauen. Mit dann 16 Prozent Marktanteil in Europa rückt Nordzucker näher an den mit 21 Prozent unangefochtenen Marktführer Südzucker heran. Die Einsparungen durch die Übernahme schätzt Nordzucker auf 20 Millionen Euro bis 2010. Ein Arbeitsplatzabbau oder Werksschließungen seien nicht geplant.

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