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24.04.2014

08:49 Uhr

Übernahme

Viertgrößter Scania-Aktionär nimmt VW-Offerte an

Der Pensionsfonds Swedbank Robur hat die VW-Offerte für die Scania-Aktien angenommen und so Volkswagen der Übernahme einen Schritt näher gebracht. Doch die Wolfsburger müssen immer noch zittern.

ie Markenlogo auf einem Scania-Lkw: Die Übernahme ist noch nicht perfekt. Reuters

ie Markenlogo auf einem Scania-Lkw: Die Übernahme ist noch nicht perfekt.

StockholmVolkswagen kommt bei der geplanten Komplettübernahme seiner schwedischen Lkw-Tochter Scania voran. Der Pensionsfonds Swedbank Robur teilte am Donnerstag mit, die Offerte von 200 schwedischen Kronen je Aktie anzunehmen. Mit einer Beteiligung von 1,9 Prozent ist er viertgrößter Scania-Aktionär. Bei einer Ablehnung des Angebots durch Swedbank Robur wäre es für Volkswagen schwer gewesen, mit seiner insgesamt 6,7 Milliarden Euro teuren Offerte erfolgreich zu sein.

Volkswagen muss aber immer noch zittern, kurz vor Ablauf der VW-Offerte für Scania lehnte am Mittwoch der mit rund zwei Prozent an dem Lkw-Bauer beteiligte Pensionsfonds Alecta das Angebot der Wolfsburger ab. Die Offerte von 200 schwedischen Kronen je Aktie entspreche nicht dem Wert des Unternehmens, begründete Alecta seinen Entschluss. Das Angebot gilt nur, wenn VW bis Freitag mindestens 90 Prozent der Scania-Anteile einsammeln kann. Ablehnung haben bisher vor allem schwedische Aktionäre signalisiert. Sie kommen zusammen nach dem Stand von Ende März auf rund fünf Prozent an Scania. „Es steht auf Messers Schneide“, sagte ein beteiligter Banker am Mittwoch. VW wollte die Ankündigung von Alecta nicht kommentieren.

Die größten Lkw-Bauer der Welt

Platz 10

Weichai Power - Shaanxi (China) - 104.100 neu zugelassene Fahrzeuge in 2013

Die Sinotruk-Tochter gehörte zu den ersten Firmen, die in China Dieselmotoren produzierte. In Deutschland wurde das Unternehmen durch seinen Einstieg beim Gabelstaplerhersteller Kion bekannt.

Quelle: IHS Automotive

Platz 9

Tata (Indien) - 133.000 neu zugelassene Fahrzeuge

Der Mutterkonzern von Jaguar und Land Rover gehört auch im Nutzfahrzeugbereich zu den ganz Großen. Insbesondere im Heimatmarkt spielt das Unternehmen eine führende Rolle.

Platz 8

BAIC - Foton (China) - 136.000 neu zugelassene Fahrzeuge

Daimlers Schlüssel zum chinesischen Markt ist auch die Kooperation mit den Chinesen. Mit dem Lkw-Bauer Foton, der zum Reich von BAIC gehört, betreiben die Stuttgarter seit 2012 das Joint-Venture BFDA.

Platz 7

Paccar (USA) - 139.200 neu zugelassene Fahrzeuge

Der Hersteller aus Bellevue, Washington, baute im Zweiten Weltkrieg noch Panzer. Durch mehrere Übernahmen gehören die Amerikaner zu den Weltmarktgrößen im Lkw-Bereich.

Platz 6

CNHTC - Sinotruk (China) - 150.800 neu zugelassene Fahrzeuge

Der hinesische Lkw-Produzent beherrscht rund 20 Prozent des heimischen Marktes. Seit 2009 hält der deutsche Lkw-Bauer MAN 25 Prozent an den Chinesen.

Platz 5

Volvo Trucks (Schweden) - 177.200 neu zugelassene Fahrzeuge

Aus Göteborg in die Welt: Bei den ganz schweren Jungs gehören die Schweden zu den größten in Europa. Seit 2011 werden die Volvo Lastwagen auch in den USA gebaut.

Platz 4

Volkswagen (Deutschland) - 178.500 neu zugelassene Fahrzeuge

Mit den Marken MAN und Scania unter ihrem Dach schaffen es die Wolfsburger im weltweiten Vergleich auf die oberen Ränge. Geht es nach den Plänen des Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch soll das Duo die Weltspitze erobern.

Platz 3

First Automotive Works (China) - 180.800 neu zugelassene Fahrzeuge

Mit mehreren internationalen Herstellern unterhalten die Chinesen Joint Ventures, darunter Volkswagen und Toyota. Auch bei den Lastwagen gibt der Konzern, der einst mit sowjetischer Hilfe aus der Taufe gehoben wurde, den Ton an.

Platz 2

Dongfeng (China) - 264.400 neu zugelassene Fahrzeuge

Der Ostwind, wie die Marke übersetzt heißt, bläst weiter kräftig. Im Segment der mittelgroßen Lkw beherrscht das Unternehmen den wachsenden Heimatmarkt. Nur ein Konzern verkauft noch mehr Lastwagen.

Platz 1

Daimler (Deutschland) - 355.000 neu zugelassene Fahrzeuge

Neue Modelle geben dem Marktführer neuen Rückenwind - auch weil die Stuttgarter mit ihren internationalen Marken Freightliner, Fuso und Barat Benz auch international gut aufgestellt sind.

Der Erfolg der 6,7 Milliarden Euro teuren Offerte hing deshalb am Pensionsfonds Swedbank Robur. Hätte Swedbank Robur abgelehnt, wäre es schwer geworden für Volkswagen, sagte DNB-Analyst Christer Magnergard. Theoretisch kann VW auch jetzt noch auf die 90-Prozent-Schwelle verzichten. Nachdem der Wolfsburger Konzern Scania aber von der Stockholmer Börse nehmen will, wofür ein Streubesitz von weniger als zehn Prozent die Voraussetzung ist, bringt ihm ein geringerer Anteil wenig.

Viele Anteilseigner glauben nicht mehr an den Erfolg: Am Mittwoch verlor das Papier 5,5 Prozent auf 173 Kronen – deutlich unter dem VW-Angebot.

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