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09.05.2011

13:55 Uhr

Übernahme von MAN

Volkswagen treibt Lkw-Allianz voran

Der Volkswagen-Konzern treibt seine Lastwagen-Allianz voran: Der Autobauer hat für den Lkw-Hersteller MAN eine Übernahmeofferte unterbreitet - und kauft fleißig Aktien zu.

MAN-Lastwagen: Volkswagens Lkw-Allianz nimmt Formen an. Quelle: dapd

MAN-Lastwagen: Volkswagens Lkw-Allianz nimmt Formen an.

Wolfsburg/MünchenVolkswagen will aus seiner Lkw-Tochter Scania und MAN einen neuen Nutzfahrzeugriesen schmieden. Um die schon länger geplante Zusammenarbeit der Unternehmen ausbauen zu können, hat der Wolfsburger Konzern seinen Anteil an dem Münchner Lastwagenbauer MAN auf etwas über 30 Prozent der Stammaktien erhöht und macht den übrigen Aktionären nun ein Pflichtangebot. Wie VW am Montag in Wolfsburg mitteilte, sollen für den Dax-Konzern voraussichtlich 95 Euro je Aktie geboten werden.

Ziel sei eine engere Kooperation aller beteiligten Unternehmen in Einkauf, Entwicklung und Produktion. Außerdem sei dies ein Schritt „auf dem Weg zum integrierten Nutzfahrzeugkonzern aus MAN, Scania und Volkswagen“.

Der schwedische Nutzfahrzeughersteller Scania reagiert zurückhaltend auf das VW-Übernahmeangebot an den Münchner Konkurrenten MAN. Sprecher Hans Åke Danielsson sagte in Stockholm, Volkswagen habe selbst erklärt, dass damit der Prozess einer zunehmenden Verknüpfung von Scania und MAN erleichtert werden solle. „Das ist sicher richtig. Wir haben schon lange unser Interesse an einer Zusammenarbeit mit MAN in gewissen Bereichen erklärt“, meinte Danielsson. Weiter wolle man den Schritt des eigenen Mehrheitseigners nicht kommentieren.

Ein fester Einbau von MAN in den drittgrößten Automobilkonzern der Welt gilt seit langem als Ziel von VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch. „Allerdings stellen die bislang bestehenden kartellrechtlichen Beschränkungen hohe Hürden dar“, teilte Volkswagen mit. Daher müsse zunächst der Anteil an MAN erhöht werden. Beim schwedischen Lastwagenbauer Scania halten die Wolfsburger bereits die Mehrheit.

VW hielt an MAN bisher 29,9 Prozent der Anteile, inzwischen sind 30,47 Prozent der Stammaktien im Besitz der Wolfsburger. Das Überschreiten der 30-Prozent-Schwelle erfordere es, den übrigen MAN-Aktionären ein Angebot zu unterbreiten, erklärte Europas größter Autobauer. Sofern die Aufsichtsbehörden zustimmen, soll die Offerte „voraussichtlich spätestens Ende Mai veröffentlicht werden“.

MAN und Scania arbeiten seit längerem an einer Zusammenarbeit bei Komponenten, zum Beispiel bei Achsen und Hybridantrieben. Gespräche laufen seit Herbst vergangenen Jahres. Am Ende sollen die Unternehmen fusionieren, der genaue Zeitplan ist noch offen. Volkswagen will mit dem Zusammenschluss seiner beiden Lkw-Töchter zu den Weltmarktführern Volvo und Daimler aufschließen.

Zuletzt hatte MAN Selbstvertrauen demonstriert: "Wir sind sehr zuversichtlich für das zweite Quartal", sagte Vorstandssprecher Georg Pachta-Reyhofen vergangene Woche. "Wir rechnen in allen Märkten mit Wachstum."
Die Konkurrenten profitieren zurzeit von der steigenden Nachfrage nach Lastwagen - und auch bei MAN ist das Lkw-Geschäft im Aufwind. Der Umsatz stieg zwischen Januar und März um 19 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 3,7 Milliarden Euro. Der operative Gewinn hat sich mit 325 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Zudem buchte MAN die Wertsteigerung seiner Anteile an Scania in die Bilanz, so dass unter dem Strich ein Gewinn von 565 Millionen Euro steht.

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