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06.09.2016

12:47 Uhr

Übernahme von SLM Solutions

GE auf Shoppingtour

VonRegine Palm

General Electric holt zum Doppelschlag aus. Der US-Mischkonzern setzt auf die Zukunftstechnologie 3D-Druck und übernimmt dafür zwei Maschinenbauer: Den deutschen Konzern SLM Solutions und die schwedische Arcam.

Drucktechnologie

3D-Druck im Kommen: US-Gigant übernimmt SLM Solutions

Drucktechnologie: 3D-Druck im Kommen: US-Gigant übernimmt SLM Solutions

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FrankfurtDer Siemens-Rivale General Electric (GE) will über seine Tochtergesellschaft GE Aviation den Lübecker Maschinenbauspezialisten SLM für rund 680 Millionen Euro übernehmen. Gleichzeitig bieten die Amerikaner für die schwedische Arcam umgerechnet 614 Millionen Euro. Damit setzt GE künftig auf 3D-Drucktechnologie zu Herstellung dreidimensionaler Metallbauteile.

Die Teile wurden bislang gefräst oder gegossen werden. Die neue Technik – auch additive Fertigung genannt – ist oft günstiger und verursacht deutlich weniger Abfall. Zu den Abnehmern gehören Flugzeughersteller ebenso wie Autobauer oder Unternehmen aus den Bereichen Energie und Gesundheit.

Die größten Maschinenbauer Deutschlands

Platz 11 – Stihl

Umsatz in 2013: 2,81 Milliarden Euro

Stihl ist ein schwäbisches Familienunternehmen mit Hauptsitz in Waiblingen-Neustadt, tätig in über 160 Ländern. Stihl entwickelt, fertigt und vertreibt motorbetriebene Geräte für die Forstwirtschaft, Landschaftspflege und die Bauwirtschaft.

Platz 10 – Rolls-Royce Power Systems

Umsatz 2013: 3,35 Milliarden Euro

Die deutsche Firma mit Hauptsitz in Friedrichshafen hieß bis Januar 2014 noch Tognum. Sie bietet Dieselmotoren und Antriebssysteme an und ist seit 2007 an der Börse notiert.

Platz 9 – SMS Group

Umsatz 2013: 3,5 Milliarden Euro

Die SMS Group ist der Dachgesellschaft SMS Holding GmbH untergeordnet und verarbeitet Stahl und Nichteisenmetalle. Alleinaktionär ist die Familie um den deutschen Unternehmer Heinrich Weiss.

Platz 8 – MAN

Umsatz 2014: 3,75 Milliarden Euro (MAN Power Engineering)

Die „Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg“ wurde bereits 1758 gegründet und war zunächst für Eisenverarbeitung zuständig. Seit 2011 hält Volkswagen die Mehrheit am Konzern.

Platz 7 – Gea

Umsatz 2014: 4,52 Milliarden Euro

Das börsennotierte Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Düsseldorf und ist auf die Herstellung von Prozesstechnik und Komponenten im Maschinenbau spezialisiert. Es wurde 1881 gegründet.

Platz 6 – Kion

Umsatz 2014: 4,68 Milliarden Euro

Die Wiesbadener Kion-Gruppe wurde 2006 gegründet, baut Gabelstapler und Lagertechnikgeräte. Sie ging aus der Linde AG hervor und ist seit 2013 an der Börse.

Platz 5 - Knorr Bremse

Umsatz 2014: 5,2 Milliarden Euro

Das Unternehmen aus München ist der weltweit führende Hersteller von Bremssystemen für Schienen- und Nutzfahrzeuge. gegründet wurde es 1905 in Berlin.

Platz 4 – Voith

Umsatz im Geschäftsjahr 2013/14: 5,35 Milliarden Euro

Die Wurzeln des Heidenheimer Maschinenbau-Unternehmens gehen bis in das Jahr 1867 zurück. Voith befindet sich im Besitz der Gründerfamilie. Das Unternehmen beliefert unter anderem Wasserwerke, Automobilhersteller und die Papierindustrie.

Platz 3 – Thyssen-Krupp

Umsatz 2014: 6,27 Milliarden Euro (nur Thyssen-Krupp Industrial Solutions)

Deutschlands größter Stahlkonzern sitzt in Essen und entstand 1999 in Folge der Fusion von Hoesch-Krupp und Thyssen. Die historischen Wurzeln reichen in die Phase der industriellen Revolution in Deutschland zurück.

Platz 2 – Linde

Umsatz 2014: 17,05 Milliarden Euro

Die Linde-Gruppe sitzt in München und betreibt weltweit ihr Kerngeschäft mit Gasen und Prozess-Anlagen. Das 1879 gegründete Unternehmen ist börsennotiert und im Dax gelistet.

Platz 1 – Siemens

Umsatz im Geschäftsjahr 2013/14: 17,06 Milliarden Euro (nur Siemens Industry)

Das Dax-Unternehmen mit Sitz in Berlin und München ist Deutschlands größter Technologiekonzern. Die Firma wurde 1847 von Werner Siemens gegründet und setzt den Fokus auf Elektrotechnik.

„Additive Fertigung ist ein Schlüsselelement in der Entwicklung von GE zu einem digitalen Industrieunternehmen“, erklärte der Chef der Flugzeugsparte GE Aviation, David Joyce, schrieb die Nachrichtenagentur Reuters. GE erwarte, dass das Geschäft bis 2020 auf eine Milliarde Dollar Umsatz wachsen werde. Zugleich ließen sich die Produktionskosten dadurch in den nächsten zehn Jahren voraussichtlich um drei bis fünf Milliarden Dollar senken. Seit 2010 hat GE bereits rund 1,5 Milliarden Dollar in das Fertigungsverfahren investiert.

„Wir erwarten, dass sich die Weiterentwicklung von SLM Solutions zum umfassenden Systemanbieter durch die Übernahme noch beschleunigt“, unterstrich Markus Rechlin, Vorstandsvorsitzender der SLM Solution. Zusammen mit GE Aviation soll der Standort Lübeck weiterentwickelt werden. GE hat den Angaben zufolge zugesagt, die SLM-Standorte nicht nur zu erhalten, sondern sogar auszubauen.

GE Aviation bietet den SLM-Aktionären 38 Euro je Aktie. Das sei „eine attraktive Prämie“ in Höhe von 36,7 Prozent auf den Xetra-Schlusskurs vom Montag, teilte SLM mit. Vorstand und Aufsichtsrat der Lübecker haben bereits ihre Unterstützung signalisiert. Knapp ein Viertel der Aktien liegt bei Hans-Joachim Ihde, dem Gründer und Aufsichtsratsvorsitzenden der Gruppe.

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Im zurückliegenden Jahr hatte SLM den Umsatz auf 66,1 Millionen Euro quasi verdoppelt. In diesem Jahr peilt das Unternehmen 85 bis 90 Millionen Euro an. Der schwedische Konkurrent Arcam ist deutlich kleiner und erzielte zuletzt umgerechnet einen Umsatz von netto rund 36 Millionen Euro. Das Unternehme konzentriert sich auf das sogenannte Elektronenstrahl-Schmelzen. Die Aktionäre sollen knapp 30 Euro je Aktie erhalten – ein Aufschlag von rund 53 Prozent.

An der Börse kamen die Übernahmepläne von GE gut an. Die Papiere von Arcam sprangen an der Börse in Stockholm um knapp 54 Prozent und notierten damit auf dem höchsten Stand seit Anfang 2014. Die SLM-Aktien machten einen Sprung um knapp 39 Prozent und waren mit 38,6 Euro so teuer wie nie zuvor.

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