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23.07.2013

15:08 Uhr

Übernahme von Thielert

Chinesen im Anflug

China öffnet den Luftraum für Privatflieger - darum steigt die Nachfrage nach kleinen Flugzeugmotoren. Davon profitiert der deutsche Hersteller Thielert, der nun mit chinesischem Geld durchstarten soll.

Im Werk Lichtenstein des Hamburger Flugzeugmotorenherstellers Thielert haben künftig Chinesen das Sagen. dpa

Im Werk Lichtenstein des Hamburger Flugzeugmotorenherstellers Thielert haben künftig Chinesen das Sagen.

LichtensteinDer chinesische Staatskonzern AVIC International übernimmt den deutschen Motorenhersteller Thielert mit Standorten in Lichtenstein (Sachsen), Altenburg (Thüringen) und Hamburg. Das teilte Insolvenzverwalter Bruno M. Kübler am Dienstag mit. Die Belegschaft wurde am Montagabend informiert, sagte eine Firmensprecherin auf Nachfrage. Der Firmenname Thielert ist jedoch Geschichte. Das Unternehmen firmiert künftig unter dem Namen Technify Motors GmbH. Alle Standorte mit gut 200 Arbeitsplätzen sollen erhalten bleiben. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. AVIC übernimmt alle Produktionsanlagen und Immobilien, dazu Patente und Markenrechte.

Kübler zufolge ist AVIC im gesamten Bereich der Luftfahrt unterwegs und hat nun verstärkt Ambitionen, in den USA und Europa zu investieren. Eine eigene Airline betreibe AVIC aber nicht. In den USA habe das Unternehmen bereits den Kleinflugzeughersteller Cirrus sowie Continental Motors erworben. Diese Firma produziert herkömmliche benzingetriebene Kolbenmotoren für kleine Maschinen. Mit dem Zukauf in Deutschland würden die Chinesen nun in den Markt der Dieselmotoren einsteigen, sagte Kübler. Diesen Motoren rechne man vor allem in Schwellen- und Entwicklungsländern großes Wachstumspotenzial zu, weil sie zugleich mit dem preisgünstigen Kerosin betrieben werden können.

Thielert hatte 2008 Insolvenz angemeldet. Kübler übernahm die Firma mitten in der Wirtschaftskrise. „Ich mache kein Hehl daraus, dass ich nur überlebt habe, weil ich einen starken Militärkunden hatte“, räumte Kübler ein. Die amerikanische Firma General Atomics - ein Hersteller unbemannter Drohnen - habe sich als Dauerquelle erwiesen und sei in den vergangenen fünf Jahren sehr hilfreich gewesen. Dennoch habe sich Thielert auch „gesund schrumpfen“ müssen. Etwa ein Drittel der vormals 300 Beschäftigen musste gehen. Laut Kübler sind derzeit in Lichtenstein rund 160 Mitarbeiter beschäftigt, in Altenburg 30 und in Hamburg etwa 15. Mit finanzielle Einbußen hätten die verbliebenen Beschäftigten nicht zu rechnen.

Die vergleichsweise lange Insolvenzphase schätzte Kübler rückblickend als erfolgreich ein. Das Unternehmen habe schon bald wieder einen Gewinn von jährlich rund einer Million Euro erwirtschaftet: „Das hat motiviert weiterzumachen.“ In AVIC sieht er nun einen strategischen Partner. „Der Konzern verfügt über die Marktposition, das Know-how und die nötige Finanzkraft, um die weltweite Marktführerschaft der Thielert-Dieselflugzeugmotoren weiter auszubauen und zu festigen.“

Von

dpa

Kommentare (2)

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TheM

23.07.2013, 16:36 Uhr

Voll die Verarschung der Aktien - Inhaber damals welche an eine Auferstehung des eigentlich nur durch "Pech & Kurz" Insolventen Weltmarktführers von Flugzeugdieselmotoren mit allen Patenten darauf, glaubten!

Damals die Nachrichtensperre verhängt usw. da kam ja gar nichts von diesem IV Kübler; ausser ein Interview in einem Fliegermagazin, worauf dann der Kurs sich halbierte innerhalb von 100 Minuten oder sowas.

Hätte der damals erzählt die Company würde auf locker 'ne Mio. Gewinn sogar abwerfen, - die Aktie wäre gerettet gewesen, - und das Alles ohne an die Chinesen oder generell ins Ausland zu gehen!

Und die Jungs die in Hotstock - Aktien sind, andauernd nach guten Storys Ausschau halten hätten schön ihren verdienten Tenbagger gehabt, - so wurden WIR verarscht von diesem Kübler!

Wunderbar, daß die verbliebenen Mitarbeiter keine finanziellen Einschnitte haben, - aber was ist mit den Betrogenen Aktionären?

Schöne Grüße
Der Typ gehört angezeigt!

Kommentar

23.07.2013, 19:20 Uhr

Das Unternehmen "Thielert", welches hier verkauft wurde, war nie an der Börse. Die Kommentare sind schlichtweg falsch.

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