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18.07.2014

11:20 Uhr

Übernahme von TRW

ZF kann Angebot auf 13 Milliarden Dollar anheben

Der Autozulieferer ZF Friedrichshafen arbeitet an der wohl größten Übernahme seiner Firmengeschichte. Das Unternehmen ist am US-Konkurrenten TRW Automotive interessiert – und finanziell offenbar gut gerüstet.

Die ZF Friedrichshafen plant eine Übernahme des Konkurrenten TRW Automotive. dpa

Die ZF Friedrichshafen plant eine Übernahme des Konkurrenten TRW Automotive.

Friedrichshafen/LivoniaZF Friedrichshafen verfügt für eine mögliche Übernahme des Fahrzeugsicherheitsexperten TRW Automotive offenbar über genügend Finanzen für ein aufgebessertes Barangebot. Damit könnte der zweitgrößte Autozulieferer der Welt entstehen.

Die Kreditgeber hätten dem deutschen Autozulieferer gesagt, dass Finanzierungen für ein höheres reines Barangebot zur Verfügung ständen, welches das US-Unternehmen mit bis zu 13 Mrd. Dollar (rund 9,6 Mrd. Euro) bewerte, sagten mit dem Vorgang vertraute Personen am Donnerstag gegenüber Bloomberg News.

ZF, die mit Citigroup zusammenarbeite, erwäge einen Vorschlag, der TRW zwischen 110 Dollar und 112,50 Dollar je Aktie bewerte, erklärten zwei Personen, die anonym bleiben wollten. Auch Morgan Stanley und mehrere europäische Banken würden den Zulieferer beraten und die Transaktion finanzieren.

Die weltweit größten Automobilzulieferer

Platz 10

Faurecia - 18,03 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Das Schicksal des Autozulieferers ist eng verbunden mit PSA Peugeot/Citroën. Derzeit stagnieren die Geschäfte. Zum Portfolio gehören Sitze und Emissionskontrollsysteme.

Platz 9

Aisin Seiki - 18,92 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner gehören zur Toyota-Gruppe und produzieren etliche Komponenten für die Autoindustrie, darunter Getriebe und Navigationssysteme.

Platz 8

Michelin - 20,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der französische Reifenriese musste zuletzt erneut Rückschläge beim Absatz hinnehmen. Neben Reifen stellt das Unternehmen aus Clermont-Ferrand auch Navigationssysteme her.

Platz 7

Johnson Controls - 20,93 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die US-Amerikaner aus Milwaukee konzentrieren sich die Zulieferung von Sitzen, Türen und Instrumenten. Damit legte der Umsatz zuletzt leicht zu.

Platz 6

Hyundai Mobis - 23,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Koreaner sind Teil des riesigen koreanischen Hyundai-Imperiums und zählen zu den wichtigsten Zulieferern für die Autobauer Hyundai und Kia. Gebaut werden Sicherheitssysteme, Airbus, Lampen und Antriebsstränge.

Platz 5

Bridgestone / Firestone - 24,62 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

In der Gummiverarbeitung sind die Japaner sogar weltweit führend. In Frankreich, Italien, Polen und Spanien betreiben sie eigene Werke.

Platz 4

Magna - 24,95 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Unter der Führung der schillernden Österreichers Frank Stronach wuchs der Konzern - und kann nahezu alle Bauteile selbst Produzieren. Fahrgastzellen, Sitze, Antrieb und Elektronik gehören zum Portfolio des Unternehmens.

Platz 3

Denso - 27,79 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner verloren zuletzt wieder Marktanteile. Kunden sind insbesondere die großen japanischen Autobauer. Das Unternehmen baut unter anderem Klimaanlage, Antriebsstränge und Elektronik.

Platz 2

Robert Bosch - 30,7 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der zweitgrößte Autozulieferer der Welt ist in Stuttgart daheim. Neben Benzin- und Dieselsystemen baut Bosch auch Multimedia-Systeme, Bremsen, Elektronik und Batterien für etliche große Autohersteller .

Platz 1

Continental - 33,32 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Aus Hannover in die Welt: Neben den bekannten Reifen liefert Conti auch Sicherheits- und Telematiksysteme, Steuerinstrument und die Elektronik für Antriebsstränge. Im Vergleich zum Vorjahr legte der Umsatz damit leicht zu.

In der vergangenen Woche hatte Bloomberg aus informierten Kreisen erfahren, dass die nicht börsennotierte ZF TRW mit 11 bis 12 Milliarden Dollar bewerte. Die Aktie des Konzerns aus Livonia im Bundesstaat Michigan notierte zum Handelsschluss in New York am Mittwoch bei 101,20 Dollar. Damit kam TRW auf einen Marktwert von etwa 11,2 Mrd. Dollar.

Die Gespräche zwischen den beiden Seiten haben sich nach Aussage einer der Personen intensiviert, auch wenn noch keine Einigung erzielt worden sei. Die Firmen verhandelten noch immer über den Preis, hieß es weiter.

ZF hatte in der vergangenen Woche bestätigt, Verhandlungen mit TRW über eine Akquisition zu führen. Durch den Zusammenschluss des deutschen Herstellers von Lenksystemen und Getrieben mit einem führenden Produzenten von Sicherheitsausrüstungen bei Autos würde gemessen an den Umsätzen die Nummer zwei unter den globalen Autozulieferern entstehen.

Sprecher von TRW und ZF lehnten eine Stellungnahme ab. Auch Vertreter von Citigroup, Morgan Stanley und Goldman Sachs, die TRW berät, wollten sich nicht dazu äußern.

Da die Gespräche zwischen den Unternehmen nun öffentlich bekannt seien, könne eine Einigung in drei bis vier Wochen erreicht werden - um Sorgen unter den Autoherstellern zu lindern, die Unsicherheiten bei ihren großen Zulieferern nicht mögen würden, sagten die Personen

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