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18.06.2014

13:29 Uhr

Übernahmefinanzierung

Bayer sichert sich Milliardenkredit für Zukauf

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer hat die Finanzierung für eine der größten Übernahmen der Firmengeschichte gesichert. Fast zwei Dutzend Banken teilen sich das Darlehen für den Kauf der Merck-Gesundheitssparte.

Auch eine Marke für Sonnenschutzcremes umfasst der Bayer-Zukauf. ap

Auch eine Marke für Sonnenschutzcremes umfasst der Bayer-Zukauf.

ParisAuf dem Weg zum zweitgrößten Anbieter rezeptfreier Medikamente der Welt ist der Leverkusener Bayer-Konzern einen entscheidenden Schritt weiter gekommen. Gleich fast zwei Dutzend Banken übernehmen einen Teil des 14,2-Milliarden-Dollar-Kredits (10,5 Milliarden Euro), um den Zukauf der Gesundheitsparte des US-Konzerns Merck zu finanzieren. Marken wie die Blasenpflaster „Dr. Scholl's“, die Coppertone-Sonnenschutzcrems oder das Allergiemittel Claritin wechseln unter das Dach des deutschen Unternehmens.

Ein entsprechender Vertrag sei mit einem Konsortium um die Bank of America Merrill Lynch, BNP Paribas und Mizuho Bank sowie 23 weiteren Kreditinstituten unterschrieben worden, teilten die Banken am Mittwoch mit. 12,2 Milliarden Dollar nimmt Bayer als Überbrückungskredit auf, der spätestens nach einem Jahr mit einer Mischung von erst- und nachrangigen Anleihen refinanziert werden soll. Die restlichen zwei Milliarden Dollar laufen als mittelfristiger Kredit über vier Jahre mit einer Verzinsung von 50 Basispunkten über dem Referenzzinssatz Libor.

Die größten Pharmakonzerne nach Jahresumsatz

Platz 10

Teva (Israel)
20,3 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: +/- 0 %

Pharma-Umsätze im Jahr 2013, Quelle: Unternehmen

Platz 9

Eli Lilly (USA)
21,0 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: +1,9 %

Platz 8

Astra-Zeneca (Großbritannien)
25,7 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: -8,1 %

Platz 7

Johnson & Johnson (USA)
28,1 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: +10,9 %

Platz 6

Glaxo Smith Kline (Großbritannien)
33,5 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: -1,3 %

Platz 5

Sanofi (Frankreich)
37,1 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: -2,9 %

Platz 4

Merck (USA)
37,4 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: -7,8 %

Platz 3

Roche (Schweiz)
39,0 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: +3,9 %

Platz 2

Novartis (Schweiz)
47,5 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: +1,6 %

Platz 1

Pfizer (USA)
47,9 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: -6,5 %

Bayer richtet mit dem Kauf seine Aufmerksamkeit mehr auf das direkte Konsumentengeschäft. Gleichzeitig treibt der Konzern aber auch recht erfolgreich die Entwicklung rezeptpflichtiger Medikamente voran. Das Kreditpaket ist nach Daten der Nachrichtenagentur Bloomberg die größte Finanzierung dieser Art in diesem Jahr in Europa.

Für Bayer ist der Zukauf der Merck-Sparte die zweitgrößte Akquisition der Firmengeschichte. 2006 hatte der Leverkusener Aspirin-Hersteller den Konkurrenten Schering für 16,5 Milliarden Euro übernommen und dabei 14 Milliarden Euro über Kredite finanziert.

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