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21.01.2011

10:25 Uhr

Übernahmekampf

Hochtief kann ACS kaum noch entkommen

Für Hochtief wird es immer enger. Der spanische Angreifer ACS konnte mit Ablauf der feindlichen Übernahmeofferte seinen Anteil um mehr als ein Prozent ausbauen und kontrolliert nun 31,6 Prozent der Hochtief-Aktien. Analysten sehen so gut wie keine Chancen mehr für die Deutschen, den Spaniern zu entkommen. Es gibt aber noch eine vage Möglichkeit.

Flagge von Hochtief: "ACS würde Werte vernichten". DAPD

Flagge von Hochtief: "ACS würde Werte vernichten".

HB DÜSSELDORF. Die Hoffnungen von Management und Belegschaft des größten deutschen Baukonzerns Hochtief auf eine Verteidigung ihrer Unabhängigkeit haben einen weiteren herben Rückschlag erlitten. Der spanische Angreifer ACS konnte mit Ablauf der feindlichen Übernahmeofferte seinen Hochtief-Anteil um mehr als ein Prozent ausbauen und kontrolliert nun 31,59 Prozent der Hochtief-Aktien, wie ACS am Freitag mitteilte.

Endgültige Klarheit über die Zukunft Hochtiefs wird aber erst Anfang Februar herrschen. Denn noch gilt eine letzte Frist: Sieben Bankarbeitstage lang haben die Hochtief-Aktionäre vom Montag an Zeit, von der Annahme des Angebots zurückzutreten. Bis zum Ablauf des 1. Februar können sie damit ihr Vorgehen noch überdenken.

Am 3. Februar wolle ACS die finalen Ergebnisse des Übernahmeangebots für Hochtief veröffentlichen, bekräftigte eine ACS-Sprecherin. Der Essener Konzern wartet auf das endgültige Resultat: "Wir werden (...) sehen, wie das endgültige Ergebnis aussieht", sagte ein Hochtief-Sprecher.

ACS-Chef Florentino Perez, zugleich Präsident des Fußballclubs Real Madrid, will nach eigenen Angaben den weltweit führenden Infrastrukturkonzern schmieden, dessen Angebotspalette vom Bau und Betrieb von Mautautobahnen bis hin zu Sportstadien reichen würde. Hochtief-Chef Herbert Lütkestratkötter und der Gesamtbetriebsrat fürchten indes, dass ACS das Essener Unternehmen mit seiner australischen Tochter Leighton zerschlagen könnte.

Hochtief-Aufsichtsrat und Industrie-Präsident Hans-Peter Keitel warf ACS im Handelsblatt-Gespräch vor, dem deutschen Bau-Primus schwer zu schaden. "ACS hat bis heute, soweit mir bekannt ist und was mich nicht wundern würde, kein gemeinsames Geschäftsmodell entwickelt und würde nach meiner persönlichen Meinung bei Hochtief keine Werte schaffen, sondern vernichten", sagte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI).

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