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23.07.2014

09:15 Uhr

Übernahmekampf schadet nicht

Alstom erhält Rekordaufträge

Konkurrenz belebt das Geschäft: Während des Bieterkampfes zwischen Alstom und Siemens erhielt der französische Industriekonzern Rekordaufträge im Schienengeschäft. Mit GE soll noch in diesem Jahr alles geklärt sein.

Der französische Hochgeschwindigkeitszug TGV neben dem deutschen ICE. Während des Bitterkampfs um Alstom erhielten die Franzosen Rekordaufträge im Schienengeschäft. Reuters

Der französische Hochgeschwindigkeitszug TGV neben dem deutschen ICE. Während des Bitterkampfs um Alstom erhielten die Franzosen Rekordaufträge im Schienengeschäft.

ParisDer von Siemens vergeblich umworbene Industriekonzern Alstom hat in seinem Schienengeschäft Aufträge in Rekordhöhe eingesammelt. Im ersten Quartal, in dem der Bieterkampf um Alstom tobte, seien in dieser Sparte Bestellungen im Wert von 4,8 Milliarden Euro eingegangen, teilten die Franzosen am Mittwoch mit.

In der schließlich vom Siemens-Rivalen GE weitgehend übernommenen Energie-Sparte gingen die Geschäfte dagegen zurück. Eine Prognose für das laufende Jahr wagte Alstom nicht. Aufgrund des hohen Orderbestands dürften die Umsätze aber stetig steigen, hieß es. Im ersten Quartal sank der Umsatz um ein Prozent auf 4,3 Milliarden Euro.

Alstom peilt vor Ende 2014 ein Aktionärstreffen an, auf dem über das GE-Geschäft entschieden werden soll. Die Amerikaner übernehmen für 12,4 Milliarden Euro zum großen Teil den Bereich Energie. Siemens hatte nach einem wochenlangen Bieterkampf um die französische Industrie-Ikone das Nachsehen.

Was GE mit Alstom vorhat

Das GE-Gebot

Der US-Industriekonzern bewertet das Alstom-Energie- und Netzgeschäft mit 12,35 Milliarden Euro. Doch anders als ursprünglich geplant werden die gewünschten Teile nicht komplett bei General Electric landen – teilweise wird es auch Joint-Ventures geben.

Staatsbeteiligung

Die französische Regierung steigt parallel zum GE-Angebot bei Alstom ein. Der Staat übernimmt 20 Prozent, die zuvor dem Konzern Bouygues gehalten hat. Laut Vereinbarung kann Paris binnen 20 Monaten nach Abschluss der geplanten Operationen bis zu 20 Prozent der Alstom-Anteile von Bouygues oder am Markt erwerben. Kauft die Regierung direkt bei Bouygues, sind der Marktwert oder mindestens 35 Euro pro Aktie fällig. Gleichzeitig räumt Bouygues der Regierung bereits mit Abschluss der geplanten Kooperation 20 Prozent der Stimmrechte bei Alstom ein.

Was bei Alstom verbleibt

Zu 100 Prozent behält Alstom das Bahngeschäft. Die Sparte baut etwa Nahverkehrszüge, aber auch den Schnellzug TGV. Die Sparte macht jährlich 6,2 Milliarden Euro Umsatz und zählt 28.200 Mitarbeiter.

Es wird eine globale Kooperation im Vertrieb mit GE geben und einen gemeinsamen Einkauf. In einzelnen Ländern wird Alstom GE-Diesellokomotiven fertigen.

Das Gegengeschäft

Alstom übernimmt im Zuge der Transaktion das Geschäft mit Signaltechnik von General Electric und stärkt damit das Eisenbahngeschäft. Die Sparte erzielt jährlich einen Umsatz von 400 Millionen Euro und beschäftigt etwa 1200 Mitarbeiter.

Was komplett an GE geht

Die Amerikaner integrieren die – auch bei Siemens heiß begehrten – Gasturbinen, die in effizienten Kraftwerken zum Einsatz kommen.

Was GE in Joint-Venture einbringt

Mit der komplexen Transaktion entstehen drei Joint-Venture (jeweils 50% Alstom und 50% GE):
- Netztechnik (bestehend aus den Segmenten „Alstom Grid“ und „GE Digital Energy“)
- Erneuerbare (bestehend aus Wasserkraftwerktechnik und Offshore-Windkraft)
- Nukleartechnik (weltweit) und Dampfturbinen (Frankreich-Geschäft)

Von

rtr

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