Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.01.2007

10:20 Uhr

Übernahmekampf um Scania

MAN ist die Trümpfe los

In der geplanten LKW-Fusion zwischen Scania und MAN suchen alle Beteiligten nach einer friedlichen Lösung. „Eine Fusion ist nach wie vor wahrscheinlich “, hieß es am Wochenende übereinstimmend aus deutschen und schwedischen Verhandlungskreisen.

HB MÜNCHEN/STOCKHOLM. Bereits in der kommenden Woche wollen sich die Vertreter von Volkswagen, MAN und Scania erneut über das weitere Vorgehen beraten. Alle drei Seiten signalisierten Verhandlungsbereitschaft. Doch die Karten sind neu gemischt, eine Lösung zeichnet sich noch nicht ab. Vor allem für den Münchner MAN-Konzern wird die Situation immer komplizierter.

„Unser Angebot bleibt bestehen, die Frist läuft bis zum 31. Januar“, sagte ein MAN-Sprecher am Freitag. Doch das bisherige Angebot der Münchener ist aber nach der Absage aus Wolfsburg in seiner bisherigen Form faktisch tot. Denn nach dem Scania Großaktionär Investor (30 Prozent) lehnt jetzt auch VW (34 Prozent) die Offerte ab. So entwickelt sich für MAN-Chef Håkan Samuelsson das Tauziehen um Scania immer mehr zu einer Hängepartie. Der Münchener MAN-Konzern hatte im September 2006 ein Übernahmeangebot für den Konkurrenten Scania vorgelegt, das zwischenzeitlich auf 10,3 Milliarden Euro aufgestockt wurde.

Bei einem Zusammenschluss würde der größte europäische LKW-Hersteller entstehen. VW als größter Aktionär von Scania und MAN hatte einen Zusammenschluss dagegen grundsätzlich befürwortet und in der Vergangenheit sogar feindliche Schritte nicht ausgeschlossen, um dieses Ziel durchzusetzen.

Doch seit dem Führungswechsel in Wolfsburg wartet MAN vergeblich auf aktive Unterstützung des VW-Konzerns im Übernahmekampf. „Feindliche Aktionen sind kein Thema“, heißt es nun aus Aufsichtsratkreisen von VW. In Schweden wurde das deutliche Nein der Wolfsburger mit Genugtuung zur Kenntnis genommen. „Volkswagen lehnt das Angebot MAN-Angebot ab und will eine friedliche Lösung“, sagte eine Scania -Sprecherin. Scania-Chef Leif Östling hatte die MAN-Offerte wiederholt als feindlich bezeichnet.

Statt dessen sprechen sich die Wolfsburger jetzt lediglich für einen „freundlichen Zusammenschluss“ aus und wollen den Prozess aktiv managen. Der VW-Aufsichtsrat hat mit der Aufgabe den neuen VW-Vorstand um Martin Winterkorn beauftragt. Der schwedische Großaktionär Investor sieht sich in seiner Linie bestätigt. „Wir haben immer gesagt, dass es eine industrielle Logik im Zusammengehen von MAN und Scania geben kann. Wir sind offen für Diskussionen, wie dieses Zusammengehen aussehen kann“, sagte ein Investor-Sprecher.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×