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21.05.2014

12:18 Uhr

Übernahmen im zweiten Anlauf

VW gewährt Frist für weiteren Scania-Verkauf

Volkswagen gewährt den restlichen Scania-Aktionären eine weitere Frist. Die Wolfsburger haben die Lkw-Tochter im zweiten Anlauf fast vollständig unter ihre Kontrolle gebracht und streben eine Komplettübernahme an.

Volkswagen hat in der vergangenen Woche den Lkw-Hersteller Scania übernommen. dpa

Volkswagen hat in der vergangenen Woche den Lkw-Hersteller Scania übernommen.

Wolfsburg/HamburgVolkswagen gewährt den restlichen Aktionären seiner Lkw-Tochter Scania eine weitere Frist zum freiwilligen Verkauf ihrer Anteilsscheine. Europas größter Autobauer verlängerte die Spanne für das Angebot ein zweites Mal, so dass sie nun bis zum 5. Juni reicht. Dieses Datum soll an der Börse auch der letzte Handelstag für den schwedische Nutzfahrzeugspezialisten sein, wie der Dax-Konzern am Mittwoch in Wolfsburg mitteilte. Ursprünglich hatte die bereits einmal verlängere Annahmefrist am 16. Mai geendet. Zu diesem Stichtag seien VW 98,19 Prozent der Scania-Aktien zuzurechnen. Wenn die restlichen Aktionäre ihre Papiere auch binnen der neuen Frist nicht anbieten, erhalten sie statt des VW-Angebots (200 schwedische Kronen) pro Anteilsschein eine womöglich niedrigere Zwangsabfindung.

VW hat seine Lkw-Tochter Scania im zweiten Anlauf fast vollständig unter Kontrolle gebracht. 35,25 Prozent der übrigen Aktionäre haben das Übernahmeangebot bis zum Ablauf der verlängerten Frist am vergangenen Freitag angenommen, wie der Wolfsburger Konzern am Mittwoch mitteilte. Einschließlich bereits gehaltener Papiere kontrolliert VW damit 98,19 Prozent von Scania und kann so die ungeliebten Minderheitsaktionäre aus dem Unternehmen drängen. Im ersten Anlauf hatte VW die Hürde knapp verfehlt. Das schwedische Traditionsunternehmen verschwindet damit nach 18 Jahren von der Börse.

Die größten Lkw-Bauer der Welt

Platz 10

Weichai Power - Shaanxi (China) - 104.100 neu zugelassene Fahrzeuge in 2013

Die Sinotruk-Tochter gehörte zu den ersten Firmen, die in China Dieselmotoren produzierte. In Deutschland wurde das Unternehmen durch seinen Einstieg beim Gabelstaplerhersteller Kion bekannt.

Quelle: IHS Automotive

Platz 9

Tata (Indien) - 133.000 neu zugelassene Fahrzeuge

Der Mutterkonzern von Jaguar und Land Rover gehört auch im Nutzfahrzeugbereich zu den ganz Großen. Insbesondere im Heimatmarkt spielt das Unternehmen eine führende Rolle.

Platz 8

BAIC - Foton (China) - 136.000 neu zugelassene Fahrzeuge

Daimlers Schlüssel zum chinesischen Markt ist auch die Kooperation mit den Chinesen. Mit dem Lkw-Bauer Foton, der zum Reich von BAIC gehört, betreiben die Stuttgarter seit 2012 das Joint-Venture BFDA.

Platz 7

Paccar (USA) - 139.200 neu zugelassene Fahrzeuge

Der Hersteller aus Bellevue, Washington, baute im Zweiten Weltkrieg noch Panzer. Durch mehrere Übernahmen gehören die Amerikaner zu den Weltmarktgrößen im Lkw-Bereich.

Platz 6

CNHTC - Sinotruk (China) - 150.800 neu zugelassene Fahrzeuge

Der hinesische Lkw-Produzent beherrscht rund 20 Prozent des heimischen Marktes. Seit 2009 hält der deutsche Lkw-Bauer MAN 25 Prozent an den Chinesen.

Platz 5

Volvo Trucks (Schweden) - 177.200 neu zugelassene Fahrzeuge

Aus Göteborg in die Welt: Bei den ganz schweren Jungs gehören die Schweden zu den größten in Europa. Seit 2011 werden die Volvo Lastwagen auch in den USA gebaut.

Platz 4

Volkswagen (Deutschland) - 178.500 neu zugelassene Fahrzeuge

Mit den Marken MAN und Scania unter ihrem Dach schaffen es die Wolfsburger im weltweiten Vergleich auf die oberen Ränge. Geht es nach den Plänen des Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch soll das Duo die Weltspitze erobern.

Platz 3

First Automotive Works (China) - 180.800 neu zugelassene Fahrzeuge

Mit mehreren internationalen Herstellern unterhalten die Chinesen Joint Ventures, darunter Volkswagen und Toyota. Auch bei den Lastwagen gibt der Konzern, der einst mit sowjetischer Hilfe aus der Taufe gehoben wurde, den Ton an.

Platz 2

Dongfeng (China) - 264.400 neu zugelassene Fahrzeuge

Der Ostwind, wie die Marke übersetzt heißt, bläst weiter kräftig. Im Segment der mittelgroßen Lkw beherrscht das Unternehmen den wachsenden Heimatmarkt. Nur ein Konzern verkauft noch mehr Lastwagen.

Platz 1

Daimler (Deutschland) - 355.000 neu zugelassene Fahrzeuge

Neue Modelle geben dem Marktführer neuen Rückenwind - auch weil die Stuttgarter mit ihren internationalen Marken Freightliner, Fuso und Barat Benz auch international gut aufgestellt sind.

VW will eine schlagkräftige Allianz aus Scania und seiner zweiten Lkw-Tochter MAN schmieden, die es mit führenden Anbietern wie Daimler und Volvo aufnehmen kann. Dazu benötigen die Wolfsburger den vollen Durchgriff bei Scania. Dies ist nach schwedischem Recht erst ab 90 Prozent der Anteile möglich. Bei MAN reichten nach deutschen Aktienrecht gut 75 Prozent der Stimmrechte, um die Tochter zu beherrschen.

Die Wolfsburger hatten den Scania-Minderheitsaktionären 200 schwedische Kronen je Aktie geboten. Die Komplettübernahme will sich Volkswagen 6,7 Milliarden Euro kosten lassen.

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