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23.01.2007

22:21 Uhr

Übernahmepoker

MAN scheitert mit Scania-Übernahme

Der Nutzfahrzeug- und Maschinenbaukonzern MAN ist mit der geplanten Übernahme des schwedischen Rivalen Scania gescheitert. MAN zog am Dienstag seine gut zehn Milliarden Euro schwere Offerte zurück. Den Münchenern war es nicht gelungen, die Großaktionäre von Scania, VW und die schwedische Investmentfirma Investor AB, hinter ihrer Offerte zu versammeln.

Quelle: dpa

HB MÜNCHEN. Stattdessen wollen die Münchner nun im Laufe des Jahres eine freundliche Allianz mit den Schweden und der Volkswagen-Sparte für schwere Nutzfahrzeuge schmieden. Die bisherigen Verhandlungen hätten gezeigt, dass dieser erweiterte Zusammenschluss logisch sei, erklärte MAN. Der Wolfsburger VW-Konzern als größter Aktionär von MAN und Scania begrüßte den Rückzug.

VW hatte wiederholt auf eine freundliche Fusion unter Einbeziehung seiner Lkw-Sparte gedrängt. Kürzlich dann hatten die Wolfsburger das Angebot offiziell abgelehnt und MAN endgültig einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Volkswagen ist davon überzeugt, dass eine freundliche Lösung der beste Weg ist, um die hohen Synergiepotenziale dieses Zusammenschlusses zu realisieren“, hieß es nun am Dienstag von Europas größtem Autobauer.

Scania-Großaktionär Investor AB äußerte sich ähnlich. Für weitere Gespräche zeigte sich die Beteiligungsgesellschaft der schwedischen Industriellen-Familie Wallenberg offen. Zeitdruck gebe es dabei nicht. Die Angebotsfrist für das MAN-Angebot wäre am 31. Januar ausgelaufen. Die Münchner wollten sich mindestens 90 Prozent der Scania-Aktien sichern, besitzen aber erst rund 15 Prozent. Zu den bisherigen Konditionen könnten die Ziele nicht erreicht werden, teilte MAN mit. Einen höheren Preis, über den an der Börse zuletzt immer wieder spekuliert worden war, wollten das Unternehmen aber nicht zahlen.

In Schweden war der Übernahmeversuch von Beginn an auf erbitterten Widerstand gestoßen. Trotz des MAN-Rückziehers stieg der Kurs der Scania-Aktie an der Börse in Stockholm um mehr als ein Prozent. Analysten begründeten das mit der Hoffnung auf eine zukünftige freundschaftliche Einigung der beteiligten Konzerne.

In die weiteren Gesprächen will MAN mit Vorstandschef Hakan Samuelsson gehen, wie ein Sprecher sagte. „Es steht außer Frage, dass dies mit Samuelsson passieren wird.“ Am Wochenende hatte es in Medienberichten geheißen, VW dränge auf einen Rücktritt des MAN-Chefs, weil mit ihm die Fusion nicht zu Stande kommen könne. Der MAN-Aufsichtsrat hatte dem Manager allerdings klar den Rücken gestärkt.

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