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17.03.2017

15:42 Uhr

Übernahmepoker

Stada erhöht seine Gewinnziele

Mitten im Übernahmepoker hebt Stada seine Mittelfristprognosen an. Zudem hat der Arzneimittelhersteller zusätzliches Sparpotenzial identifiziert und erwartet im Generika-Geschäft ein höheres Wachstum.

Derzeit buhlen zwei Bietergruppen um den deutschen Pharmahersteller. dpa

Stada

Derzeit buhlen zwei Bietergruppen um den deutschen Pharmahersteller.

Bad VilbelStada versucht die Kaufinteressenten an dem hessischen Arzneimittelhersteller mit der Aussicht auf mehr Gewinn zu höheren Übernahmeangeboten zu bewegen. Das Unternehmen aus Bad Vilbel veröffentlichte am Freitag deutlich höhere Umsatz- und Gewinnprognosen für das Jahr 2019. Stada sehe in der Produktion und im Einkauf weitere Kostensenkungspotenziale, erklärte Vorstandschef Matthias Wiedenfels. Chancen auf mehr Umsatz sieht Stada im Generika-Geschäft mit "Biosimilars", Nachahmermitteln von biotechnologisch hergestellten Arzneien. Im Geschäft mit Markenprodukten setzt die Firma auf eine stärkere Expansion ins Ausland.

Die beiden Bietergruppen aus jeweils zwei Finanzinvestoren, die um Stada buhlen, hatten ihre Offerten über jeweils 58 Euro je Aktie in dieser Woche nicht wie erhofft aufgestockt, sondern nur bestätigt. Daraufhin sagte das Unternehmen die geplanten Treffen zwischen Vertretern der Finanzinvestoren, Experten und dem Management kurzfristig ab. Der Grund: Die Angebote seien zu niedrig, die Bieter sollten ihre Offerten aufbessern. "Vorstand und Aufsichtsrat sind übereinstimmend der Meinung, dass die indikativen Angebote noch nicht den fundamentalen Unternehmenswert der Stada vollständig widerspiegeln", hieß es in einer Mitteilung vom Donnerstag.

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Die Analysten von Warburg Research halten das Vorgehen von Stada für ein "riskantes Spiel". Im schlimmsten, wenn auch unwahrscheinlichen Fall könnten sich die Bieter zurückziehen. Die vorliegenden Angebote kommen von einem Konsortium aus Advent und Permira und einem aus Bain Capital und Cinven. Stada wies aber Vermutungen der Investoren zurück, dass das Unternehmen auf Zeit spiele - in der Hoffnung, dass sich noch ein Interessent aus China, möglicherweise in Zusammenarbeit mit einem weiteren Finanzinvestor, melden könnte, der mehr biete. Zuletzt war von einem möglichen Tandem aus CVC und Shanghai Fosun Pharma die Rede gewesen.

In Finanzkreisen hatte es geheißen, Angebote über mehr als 60 Euro je Anteilsschein seien ohne größere Eingriffe in das Geschäft von Stada schwer darstellbar. Finanzinvestoren berechnen ihre Kaufpreise in der Regel auf Basis der künftig erwarteten operativen Gewinne und Umsätze.

Nach den Vorstellungen des Stada-Vorstands soll das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) im Jahr 2019 mit 570 bis 590 Millionen Euro um bis zu 15 Prozent höher ausfallen als bisher geplant - das wären 45 Prozent mehr als 2016. Den Umsatz will Stada auf bis zu 2,7 (2016: 2,15) Milliarden schrauben. Auch beim Nettogewinn seien bis zu 20 Millionen Euro mehr drin als bisher geglaubt.

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Der Stada-Aufsichtsratschef legt sich weiter nicht fest, ob er den Pharmahersteller an Finanzinvestoren veräußern will oder nicht. Die haben sich schon zu zwei Gruppen im Bieterkampf zusammengeschlossen.

An der Börse und bei Analysten fanden die Vorstellungen von Stada aber wenig Widerhall. Die Aktie bröckelte um 0,9 Prozent auf 56,35 Euro ab, lag damit also weiter unter den gebotenen 58 Euro. An eine Aufstockung glauben die Börsianer bisher kaum. DZ-Bank-Analyst Thomas Maul glaubt, dass die Bieter die Aussichten bereits in ihren Offerten berücksichtigt haben. "Deshalb würden wir keine substanzielle Erhöhung der Gebote erwarten."

Von

dpa

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