Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.04.2011

16:49 Uhr

Übernahmepreis

Tognum pokert mit Daimler und Rolls-Royce

24 Euro pro Aktie haben Daimler und Rolls-Royce für Tognum geboten. Doch dem Motorenbauer ist das zu wenig. Er empfahl seinen Aktionären, die Offerte abzulehnen. Die Bieter haben bereits reagiert.

Mitarbeiter von Tognum in Friedrichshafen. Quelle: dpa

Mitarbeiter von Tognum in Friedrichshafen.

FrankfurtDer Motorenbauer Tognum kämpft um eine Aufstockung der gut drei Milliarden Euro schweren Übernahmeofferte von Daimler und Rolls-Royce. Das Unternehmen aus Friedrichshafen bezeichnete am Freitag den gebotenen Preis von 24 Euro je Aktie als nicht angemessen und empfahl seinen Aktionären, die Offerte abzulehnen.

"Nach Ansicht des Vorstands und des Aufsichtsrats spiegelt der Angebotspreis insbesondere die in den letzten Jahren getätigten Investitionen und die allein damit verbundenen Wachstumsaussichten der Tognum-Gruppe nicht hinreichend wider", teilte Tognum mit.

Viele Börsianer spekulieren nun, dass der Stuttgarter Autokonzern und der britische Triebwerkshersteller ihr Angebot aufstocken: Die Tognum-Aktie, die bereits vor der Ablehnung deutlich über dem Angebotspreis lag, kletterte am Freitag weiter um 0,3 Prozent auf 26,03 Euro. Zuletzt hatte bereits zahlreiche Tognum-Eigner einen Aufschlag gefordert, unter anderem die Großaktionäre ING, First Eagle, Delta Lloyd, Deka und der New Yorker Investor Guy Wyser-Pratte.

Allerdings signalisierten Daimler und Rolls-Royce ám Nachmittag, ihr Angebot nicht aufstocken zu wollen. Die gebotenen 24 Euro je Aktie seien angemessen, teilten die Bieter in Stuttgart mit. Sie seien weiterhin davon überzeugt, dass das Angebot Tognum vollständig und attraktiv bewerte und den Zukunftsperspektiven voll Rechnung trage.

Die Spitze von Tognum hatte zuvor bekräftigt, dass sie eine Übernahme strategisch weiter für sinnvoll hält. "Mit einem erfolgreichen Übernahmeangebot würde die weltweite Technologieführerschaft für Antriebssysteme und dezentrale Energieerzeugungssysteme weiter gestärkt." Vor allem in Schwellenländern will Tognum mit den beiden finanzstarken Eignern im Rücken stärker expandieren.
Die Tognum-Spitze berief sich nach der Ablehnung des Angebots auch auf Gutachten der Deutschen Bank und Lazard, die die Angemessenheit der Offerte prüfen sollten. In den Gutachten wurde der faire Wert Finanzkreisen auf mindestens 25 bis knapp unter 30 Euro geschätzt. Der Tognum-Vorstand nannte am Freitag keinen Preis, den er für angemessen hält. Zudem erklärte er, jeder Aktionär müsse seine eigene Entscheidung treffen, "ob und für wie viele Tognum-Aktien er das Angebot annimmt oder nicht."

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×