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15.02.2004

18:51 Uhr

Übernahmeschlacht Sanofi/Aventis

US-Kartellbehörde prüft Sanofi-Angebot

Die US-Kartellbehörden haben sich nach einem Pressebericht in dem Übernahmekampf zwischen deutsch-französischen Pharmakonzern Aventis und dem kleineren französischen Rivalen Sanofi eingeschaltet.

HB BERLIN. Wie die Zeitung „Die Welt“ am Sonntag berichtet, hat die Federal Trade Commission (FTC) Sanofi aufgefordert, Unterlagen über das feindliche Übernahmeangebot einzureichen. Erst danach wollten die US-Behörden über eine vorläufige Genehmigung der Offerte entscheiden. Sanofi wolle bereits in den kommenden Tagen reagieren. Die FTC habe dann 30 Tage Zeit, um ihre Entscheidung zu fällen. Sollte sich die Behörde jedoch für eine eingehende Untersuchung entscheiden, könne dies den Übernahmeversuch um Monate verzögern, berichtete die Zeitung weiter.

Die USA gelten als der lukrativste Pharmamarkt, auf dem die höchsten Gewinnmargen zu erzielen sind. Auch Aventis und Sanofi erwirtschaften hier einen wesentlichen Teil ihrer Umsätze. Die US-Kartellbehörden dürften deshalb prüfen, ob durch einen Zusammenschluss innerhalb der USA Wettbewerbsnachteile für andere Anbieter zu erwarten sind.

Eine Zustimmung der US-Wettbewerbsbehörde FTC und der Börsenaufsicht SEC sei eine wichtige Voraussetzung für Sanofi, um auch in den USA Aventis-Aktionäre von den Vorteilen einer Übernahme zu überzeugen, schrieb „Die Welt“.

Aventis hat nach eigenen Angaben vom Freitag bereits die Zulassung seiner Offerte durch die französische Börsenaufsicht AMF vor einem Berufungsgericht in Paris angefochten, um sie für ungültig erklären zu lassen. Nach Einschätzung eines Aventis-Sprechers kann es drei Monate dauern, bis das Gericht ein Urteil fällt.

Sanofi hatte Ende Januar ein Übernahmeangebot in Höhe von 47 Milliarden Euro für den - gemessen am Umsatz - etwa doppelt so großen französisch-deutschen Wettbewerber Aventis vorgelegt. Das Management der erst 1999 aus der Fusion zwischen Rhone-Poulenc und Hoechst entstandenen Aventis hat die Offerte bereits mehrfach als zu niedrig zurückgewiesen. Bei einem Zusammenschluss der beiden größten Arzneimittelfirmen Frankreichs entstünde ein Pharmariese, der weltweit Rang Drei der Branche belegen würde.

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