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08.01.2004

15:00 Uhr

Überraschende Bilanzpressekonferenz

Lego schreibt wieder Verluste

Der dänischen Spielwarenkonzern Lego fährt im vergangenen Jahr einen Verlust von 1,4 Milliarden Kronen (174 Millionen Euro) ein. Grund sei die zunehmende Konkurrenz von Computerspielen und die schwache Konjunktur.

HB BILLUND. Bei einer überraschend einberufenen Bilanzpressekonferenz teilte der Sprecher der Eignerfamilie, Kjeld Kirk Kristiansen, am Donnerstag in Billund die sofortige Trennung vom bisherigen Unternehmenschef Poul Plougmann mit. Der Umsatz sank im letzten Jahr um 25,6 Prozent auf 8,5 Milliarden Kronen (1,1 Milliarden Euro).

Die nach den ersten Verlusten 1998 eingeschlagene Strategie, mit völlig neuen Produkten Wachstum und Gewinne zu sichern, sei fehlgeschlagen, sagte Kristiansen, dessen Familie das Unternehmen gehört. „Wir werden uns jetzt auf unsere grundlegende Produktidee zurückbesinnen“, ergänzte er.

Plougmann war nach dem ersten Jahr mit roten Zahlen überhaupt seit der Firmengründung 1938 an die Unternehmensspitze geholt worden. Er hatte Lego seitdem mehrfach wechselnde Sanierungsstrategien mit vielen neuen High-Tech-Spielzeugen verordnet. Seine Entlassung und die zu diesem Zeitpunkt völlig überraschende Bilanzveröffentlichung erfolgte unmittelbar, nachdem die Kopenhagener Wirtschaftszeitung „Børsen“ Stimmen aus dem Konzern mit dem Vorwurf zitiert hatte, die Lego-Führung verfolge einen lebensgefährlichen Schlingerkurs.

Plougmann hatte das für die Jahresbilanz zentrale Weihnachtsgeschäft als „schon fast katastrophal“ eingestuft. Unter seiner Führung war die Beschäftigtenzahl von 10 000 auf etwa 8 000 reduziert worden. Nach Angaben von Kristiansen verlor Lego im letzten Jahr auf einem generell stagnierenden Weltmarkt für Spielwaren Marktanteile an Konkurrenten. Im Gegensatz zum Umsatzrückgang im Gesamtkonzern habe man bei den Bausteinen als Stammprodukten den Absatz mehr als verdoppeln können. Mit der neuen Führungs- und Produktstruktur strebt Lego für 2004 ein ausgeglichenes Resultat an.

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