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26.05.2012

16:12 Uhr

Übersee-Stahlwerke

Thyssen-Krupps US-Tochter schwächelt

Thyssen-Krupps US-Stahltochter schreibt rote Zahlen - und das scheint sich auch in Zukunft nicht zu ändern. Vorstandschef Heisinger glaubt kaum an Besserung, die Entwicklung hänge vor allem von den Stahlpreisen ab.

Ein Stahlarbeiter im Thyssen-Krupp-Werk in Bochum: Die Stahltochter in den USA schreibt weiter rote Zahlen. dpa

Ein Stahlarbeiter im Thyssen-Krupp-Werk in Bochum: Die Stahltochter in den USA schreibt weiter rote Zahlen.

FrankfurtThyssen-Krupp rechnet bei seiner schwächelnden Stahltochter in den USA weiter mit roten Zahlen. „Es wäre unrealistisch, nach dem voraussichtlichen Verlust eines höheren dreistelligen Millionenbetrags im laufenden Geschäftsjahr für das nächste Jahr operativ schwarze Zahlen in Amerika zu erwarten“, sagte Vorstandschef Heinrich Hiesinger der Wirtschaftszeitung „Euro am Sonntag“. Wie viel der Konzern noch in die Werke in Übersee stecken müsse, hänge davon ab, wie schnell die Produktion hochgefahren werden könne und wie sich die Stahlpreise in den USA entwickelten.

Im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres (per Ende September) fuhr die amerikanische Sparte einen Verlust von einer halben Milliarde Euro ein. Das Geschäft verhagelt bereits seit Jahren die Bilanz des Konzerns. Die Bau- und Anlaufkosten für die beiden neuen Werke in den USA und Brasilien belaufen sich inzwischen auf insgesamt zwölf Milliarden Euro, der Buchwert liegt zusammen bei sieben Milliarden Euro. ThyssenKrupp erwägt mittlerweile auch den Verkauf der Werke.

Anzeichen für eine größere Wertberichtigung beim US-Geschäft gebe es derzeit nicht, sagte Hiesinger der Zeitung. Eine Lösung dort und für die Edelstahlsparte sei zwingend notwendig, um die Schulden des Konzerns abzubauen. Thyssen-Krupp drücken Nettofinanzschulden von rund 6,5 Milliarden Euro.

„Ich bin zuversichtlich, dass unser freier Cashflow im zweiten Halbjahr wieder positiv sein wird und der Schuldenstand sinkt“, sagte Hiesinger nun. Zusätzlich wirkten dann auch die Erlöse aus den Verkäufen von Geschäftsteilen. So rechne ThyssenKrupp nach wie vor mit einem Verkauf der Edelstahltochter Inoxum an den finnischen Konkurrenten Outokumpu bis Ende des Jahres, trotz der verlängerten kartellrechtlichen Prüfung durch die EU.

Von

rtr

Kommentare (1)

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ForstwalderUlli

28.05.2012, 18:44 Uhr

Es ist eine Schande für ThyssenKrupp, daß das Sahneteilchen des Konzerns, der "Stainlessbereich", auf so erbärmliche Art und Weise wegen der Fehlentscheidungen in USA und Brasilien, verramscht wird. Ein Börsengang der Stainless wäre für uns Mitarbeiter ok gewesen, eine Übernahme der Outokumpo durch Strainless ebenfalls. Jedoch eine Übernahme der Nummer 1 weltweit durch die Nummer 6 ist ein Tritt in den Allerwertesten der Stainlessmitarbeiter. Nicht wir Mitarbeiter sollten diesen Tritt bekommen, diese Hiesinger/Beitz/Cromme/Schulz/Köhler/Fechter-Nieten-in- Nadelstreifen sollten einen "gehörigen" dorthin bekommen. Sie sollten mit ihrem persönlichem Vermögen dafür haften. Glück auf.

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