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04.03.2014

14:51 Uhr

Ukraine

Krim-Krise sorgt deutsche Firmen

Deutsche Wirtschaftsverbände warnen vor Sanktionen gegen Russland – sie sorgen sich sowohl um die Umsätze ihrer Firmen als auch um ihre Mitarbeiter. Noch hat die Krim-Krise kaum konkrete Auswirkungen auf die Geschäfte.

Das Werk des deutschen Baustoff-Herstellers Knauf Gips KG im russischen Krasnogorsk, in der Nähe von Moskau. dpa

Das Werk des deutschen Baustoff-Herstellers Knauf Gips KG im russischen Krasnogorsk, in der Nähe von Moskau.

FrankfurtDie deutschen Unternehmen befürchten bei einer Eskalation der Krim-Krise erhebliche Einbußen für ihre Geschäfte. Der Geschäftsführer des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, Rainer Lindner, warnte davor, wirtschaftliche Sanktionen gegen Russland zu verhängen: „Wir müssen auch die Folgen sehen, die darin bestehen, dass womöglich Gegensanktionen erfolgen könnten, etwa im Bereich der Rohstofflieferungen“, sagte er am Dienstag in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters.

„Wir sprechen von etwa 200.000 Arbeitsplätzen in Deutschland, die am Russland-Geschäft hängen.“ Noch laufen die Geschäfte in Russland und der Ukraine weitgehend normal. So spürt Nivea-Produzent Beiersdorf noch keine Auswirkungen der Krise. „Das kann sich aber ändern, wenn der Konflikt länger dauert“, sagte Vorstandschef Stefan Heidenreich. „Wir blicken mit Sorge in die Ukraine und nach Russland“, brachte VW-Chef Martin Winterkorn die Stimmung auf den Punkt.

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In Russland sind gut 6000 deutsche Firmen tätig. Das Land ist mit einem Außenhandelsvolumen von 76,5 Milliarden Euro nach Polen Deutschlands wichtigster Handelspartner in Osteuropa. In dem Konflikt um die ukrainische Halbinsel Krim haben die USA und die EU Russland mit Sanktionen gedroht. Wirtschaftliche Strafen gegen Russland seien aber mit einem hohen Risiko verbunden, betonte Ost-Ausschuss-Chef Lindner. „Insofern sind wir nach wie vor der Meinung, dass Sanktionen im Moment nicht das geeignete Mittel sind“, unterstrich er.

Auch die deutschen Maschinenbauer, für die Russland der viertgrößte Exportmarkt ist, fürchten durch Sanktionen einen Rückschlag für ihre Geschäfte: „Das ist Gift für jede Konjunktur“, sagte Ralph Wiechers, Chefvolkswirt des Maschinenbau-Verbands VDMA. Die russischen Rohstoffe - allen voran Öl und Gas - seien für die weltweite Industrieproduktion enorm wichtig, betonte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). Sollte es hier zu Verknappungen kommen, werde das Wachstum der Weltwirtschaft deutlich an Schwung verlieren.

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