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23.06.2014

13:54 Uhr

Ukraine-Krise

Auftragseinbruch in Russland belastet Maschinenbauer

Die Lage in Russland bereitet den deutschen Maschinenbauern zunehmend Schwierigkeiten . Durch den Verfall des Rubels und die Krise in der Ukraine brechen Aufträge weg und die Finanzierung wird schwieriger .

Für die deutschen Maschinenbauer ist Russland weltweit der viertwichtigste Absatzmarkt. dpa

Für die deutschen Maschinenbauer ist Russland weltweit der viertwichtigste Absatzmarkt.

Im Geschäft mit Russland bereiten den deutschen Maschinenbauern Auftragseinbrüche und Finanzierungsprobleme zunehmend Sorgen. Nachdem die Ausfuhren in das Land im ersten Quartal bereits infolge der Konjunkturschwäche und des Rubelverfalls um 17 Prozent rückläufig waren, bekommt die Branche nun die Auswirkungen der Ukraine-Krise zu spüren. Eine Umfrage des Branchenverbandes VDMA bei seinen Unternehmen von Mitte April bis Mitte Mai ergab, dass Anfragen und Aufträge aus Russland bereits um über 60 Prozent zurück gegangenen sind. "Da kommen sicher mehrere Faktoren zusammen", sagte Monika Hollacher von der VDMA-Außenwirtschaft am Montag der Nachrichtenagentur Reuters.

Neben der Konjunkturschwäche gäben 45 Prozent der deutschen Maschinenbauer an, dass Finanzierungsprobleme das Russland-Geschäft erschwerten. Hinzu kämen Auftragsstornierungen, Verzögerungen beim Import, Zahlungsausfälle wie auch Verzögerungen bei der Exportkontrolle. Zudem herrsche wegen möglicher weiterer Sanktionen gegen Russland eine "extreme" Verunsicherung vor. Viele Maschinenbauer wüssten nicht, ob sie überhaupt noch einen Auftrag aus Russland annehmen sollen. Sie fürchten, dass dieser dann nicht abgewickelt werden könne.

Die größten Maschinenbauer Deutschlands

Platz 10 – Rolls-Royce Power Systems

Umsatz 2012: 3,02 Milliarden Euro

Die deutsche Firma mit Hauptsitz in Friedrichshafen hieß bis Januar 2014 noch Tognum. Sie bietet Dieselmotoren und Antriebssysteme an und ist seit 2007 an der Börse notiert.

Platz 9 – SMS Group

Umsatz 2012: 3,24 Milliarden Euro

Die SMS Group ist der Dachgesellschaft SMS Holding GmbH untergeordnet und verarbeitet Stahl und Nichteisenmetalle. Alleinaktionär ist die Familie um den deutschen Unternehmer Heinrich Weiss.

Platz 8 – MAN

Umsatz 2012: 4,26 Milliarden Euro (MAN Power Engineering)

Die „Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg“ wurde bereits 1758 gegründet und war zunächst für Eisenverarbeitung zuständig. Seit 2011 hält Volkswagen die Mehrheit am Konzern.

Platz 7 – Knorr-Bremse

Umsatz 2012: 4,3 Milliarden Euro

Das größte Unternehmen für Bremssysteme von Schienen- und Nutzfahrzeugen wurde 1905 gegründet und ist nicht an der Börse notiert. Der Hauptsitz liegt in München.

Platz 6 – Kion

Umsatz 2012: 4,73 Milliarden Euro

Die Wiesbadener Kion Group wurde 2006 gegründet, baut Gabelstapler und Lagertechnikgeräte. Sie ging aus der Linde AG hervor und ist seit 2013 an der Börse.

Platz 5 – Thyssen-Krupp

Umsatz 2012: 5,64 Milliarden Euro (Thyssen-Krupp Industrial Solutions)

Deutschlands größter Stahlkonzern sitzt in Essen und entstand 1999 in Folge der Fusion von Hoesch-Krupp und Thyssen. Die historischen Wurzeln reichen in die Phase der industriellen Revolution in Deutschland zurück.

Platz 4 – Gea

Umsatz 2012: 5,72 Milliarden Euro

Das börsennotierte Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Düsseldorf und ist auf die Herstellung von Prozesstechnik und Komponenten im Maschinenbau spezialisiert. Es wurde 1881 gegründet.

Platz 3 – Voith

Umsatz Geschäftsjahr 2012/13: 5,73 Milliarden Euro

Die Wurzeln des Heidenheimer Maschinenbau-Unternehmens gehen bis in das Jahr 1867 zurück. Voith befindet sich im Besitz der Gründerfamilie. Das Unternehmen beliefert unter anderem Wasserwerke, Automobilhersteller und die Papierindustrie.

Platz 2 – Linde

Umsatz 2012: 15,28 Milliarden Euro

Die Linde Group sitzt in München und betreibt weltweit ihr Kerngeschäft mit Gasen und Prozess-Anlagen. Das 1879 gegründete Unternehmen ist börsennotiert und im Dax gelistet.

Platz 1 – Siemens

Umsatz Geschäftsjahr 2012/13: 18,59 Milliarden Euro (Siemens Industry)

Das Dax-Unternehmen mit Sitz in Berlin und München ist Deutschlands größter Technologiekonzern. Die Firma wurde 1847 von Werner Siemens gegründet und setzt den Fokus auf Elektrotechnik.

Für die deutschen Maschinenbauer ist Russland weltweit der viertwichtigste Absatzmarkt. Im vergangenen Jahr hatten die Hersteller Maschinen und Anlagen im Wert von rund 7,8 Milliarden Euro nach Russland exportiert. Das waren 5,2 Prozent der gesamten Maschinenexporte in alle Welt. Zu den Hauptprodukten gehören Bau- und Baustoffmaschinen, die Land- und die Fördertechnik sowie Werkzeug- und Nahrungsmittelmaschinen. Dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) zufolge ist Deutschland bei den internationalen Maschinen-Lieferanten nach Russland die Nummer Eins vor China, Italien und den USA. Die überwiegend mittelständisch geprägte Branche mit rund einer Million Beschäftigten macht rund 200 Milliarden Euro Umsatz. Zu ihr gehören auch börsennotierte Unternehmen wie ThyssenKrupp , Gea oder DMG Mori Seiki (früher Gildemeister).

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

23.06.2014, 14:30 Uhr

Zitat : Auftragseinbruch in Russland belastet Maschinenbauer

- und nach Einfuhr der immer wieder angekündigten Sanktionen werden auch noch weitere Branchen belastet .

Die Russen werden wohl Wirtschaftssanktionen nicht auf sich sitzen lassen und die Westlichen Firmen aus Russland rausschmeißen und ihre Beteiligungen beschlagnahmen.

Da werden sehr viele zum Jammern kommen : Autofabriken, Lebensmittelfabriken, Baustofffabriken, etc. !

Dann wollen wir mal sehen, welches Primat die Politik hat, wenn Hunderttausende stempeln gehen.

Dann zeigt sich, ob die Politik für die Wirtschaft da ist, oder die Wirtschaft für die Politik...?

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