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04.04.2014

21:22 Uhr

Ukraine-Preiserhöhung

Gazprom wird laut Experten Milliardenverluste einfahren

Die Erhöhung der Gaspreise für die Ukraine wird Russlands Gazprom Milliardenverluste bringen. Experten sehen langfristige Schäden auf den Energiekonzern zukommen. Auch der russische Aktienmarkt werde leiden.

Verluste für Gazprom in Sicht: Experten sehen durch die Ukraine-Preiserhöhung langfristige Schäden auf den Energiekonzern zukommen. Reuters

Verluste für Gazprom in Sicht: Experten sehen durch die Ukraine-Preiserhöhung langfristige Schäden auf den Energiekonzern zukommen.

MoskauDem russische Energiekonzern Gazprom werden wegen der Erhöhung der Gaspreise für die Ukraine Experten zufolge Milliarden entgehen. Die in zwei Schritten vollzogene Erhöhung um 80 Prozent auf 485 Dollar je 1000 Kubikmeter - werde dazu führen, dass die Regierung in Kiew weniger Gas einkaufen und die Summe nicht voll begleichen werde, sagten Analysten am Freitag. Die Ukraine erhält etwa die Hälfte seines Erdgases aus dem Nachbarland. Gazprom hatte die Preiserhöhung nach der Aufnahme der Krim in die Russische Förderation angekündigt.

"Langfristig dürfte der Preis unrealistisch sein", sagte Valeri Nesterow von Sberbank CIB. Die Ukraine dürfte nicht mehr wie erwartet in diesem Jahr 25 bis 27 Milliarden Kubikmeter (bcm) Erdgas kaufen. Nesterow rechnet mit zwei Milliarden Dollar, die Gazprom deswegen entgehen. Auch Alexei Kokin von Uralsib Capital geht von dieser Summe aus. Nach seiner Schätzung dürfte die Ukraine in diesem Jahr 20 bcm und 2015 nur noch 15 bcm Gas aus Russland kaufen. Im vergangenen Jahr betrug das Volumen 25,8 bcm, 2012 sogar 33 bcm.

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Nesterow sieht weitergehende Folgen für den Konzern und Russland als Ganzes. Der höhere Preis schade dem Image von Gazprom, treffe die Kapitalisierung und "wird indirekt den ganzen russischen Aktienmarkt treffen", sagte er.

Von

rtr

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