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18.10.2012

15:02 Uhr

Umbruch in der Papierindustrie

Maschinenbauer Voith baut Stellen ab

Wegen hoher Sanierungskosten für seine Papiermaschinen-Sparte ist der Gewinn des Maschinen- und Anlagenbauers Voith laut einem Medienbericht eingebrochen. Das Unternehmen will sich von 670 Mitarbeitern trennen.

Ein Voith-Mitarbeiter montiert einen Schiffsantrieb. dpa

Ein Voith-Mitarbeiter montiert einen Schiffsantrieb.

StuttgartDer Gewinn des Maschinen- und Anlagenbauers Voith hat sich einem Magazinbericht zufolge wegen der Sanierungskosten für die größte Konzernsparte Papiermaschinen im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011/12 (30. September) halbiert. Der Jahresüberschuss des Heidenheimer Konzerns sei binnen Jahresfrist auf 100 von 200 Millionen Euro eingebrochen, berichtete das „manager magazin“ am Donnerstag vorab aus seiner neuen Ausgabe. Die Kosten der Restrukturierung der Papiermaschinen-Sparte beliefen sich auf 80 Millionen Euro, berichtete das Magazin unter Berufung auf einen Brief von Firmenchef Hubert Lienhard an die Familien-Eigentümer. Voith hat nach eigener Einschätzung in seiner Kernsparte in Deutschland und Österreich 670 Mitarbeiter zu viel an Bord und will die meisten der Betroffenen mit Abfindungen loswerden.

Ein Sprecher des Familienunternehmens wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. Voith veröffentliche seine Geschäftszahlen für die Finanzperiode 2011/12 wie geplant am 12. Dezember. Dem Magazinbericht zufolge blieb der Konzernumsatz des 1867 aus der Taufe gehobenen Unternehmens im zurückliegenden Geschäftsjahr mit 5,6 Milliarden Euro nahezu konstant. Der im Vorjahr bei knapp 6,4 Milliarden Euro liegende Auftragseingang sei hingegen um zwölf Prozent geschrumpft, berichtete das Magazin.

Voith kämpft mit dem Umbruch in der Papierindustrie: Dauerhafte Umsatzrückgänge bei Papiermaschinen für die grafische Industrie machten den Stellenabbau unvermeidlich, hatte der zuletzt gut 40.000 Beschäftigte zählende Konzern im Frühjahr seinen zweiten Stellenabbau in Deutschland binnen vier Jahren begründet. Für diesen Aderlass und die anfallenden Abfindungen hatte Voith-Chef Lienhard 50 bis 90 Millionen Euro eingeplant.

Voith habe angesichts der günstiger produzierenden asiatischen Wettbewerber ein „Preisproblem“, sagte Lienhard. Daher müsse bei der Maschinenmontage in Deutschland und Österreich abgespeckt werden, in China werde Voith eine komplett neue Maschine für asiatische Kunden zur Herstellung von Papier für Verpackungen, Aufklebern und Hygiene-Artikeln entwickeln. Neben Papiermaschinen baut Voith Wasserkraftwerke sowie Schiffsantriebe und erbringt Industrie-Dienstleistungen.

Von

rtr

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