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27.01.2011

09:14 Uhr

Umfangreiche Zukäufe

Repower hat ehrgeizige Ziele in Asien

VonGeorg Weishaupt

ExklusivDer Windanlagenbauer will durch günstigere Zulieferer die Kosten senken, den Vertrieb stärken und das Offshore-Geschäft ausbauen. Das ehrgeizige Ziel von Repower-Chef Nauen: Eine Verdoppelung des Marktanteils in Deutschland.

Windkraftanlage von Repower: Der Hersteller möchte in Zukunft verstärkt in Asien einkaufen. Pressebild

Windkraftanlage von Repower: Der Hersteller möchte in Zukunft verstärkt in Asien einkaufen.

HAMBURG. Der Hamburger Windkraftanlagenhersteller Repower zieht Konsequenzen aus seiner Gewinnwarnung vor Weihnachten. „Wir wollen verstärkt in Asien einkaufen“, kündigt Vorstandschef Andreas Nauen im Gespräch mit dem Handelsblatt an. „Bisher war der Anteil des Einkaufs zum Beispiel in China noch deutlich zu gering bei uns.“

Damit will Nauen von den günstigeren Preisen chinesischer Zulieferer profitieren und so die Kosten für die gesamte Windkraftanlage senken. Denn Ende Dezember musste er die prognostizierten Geschäftszahlen für das laufende Jahr nach unten korrigieren. Statt eines Umsatzes von 1,5 bis 1,6 Milliarden Euro erwarten die Hamburger – an denen der indische Windkonzern Suzlon 90,5 Prozent hält – jetzt nur noch 1,25 bis 1,35 Milliarden. Und die operative Ergebnismarge (Ebit-Marge) kürzte Nauen von 7,5 bis 8,5 Prozent auf fünf bis sieben Prozent.

Er lastet die verfehlte Prognose nicht seinem Vorgänger, Per Hornung Pedersen, an. „Anfang des Jahres war ein Umsatzplus von 15 Prozent durchaus realistisch. Das war keineswegs zu optimistisch, sondern lag im Trend der Vorjahre.“ Aber die Finanzierung einiger Aufträge habe sich verschoben und andere, „die wir sicherglaubten, haben wir nicht gewonnen“, sagt Nauen, der am 1. Juli von Siemens kam und Pedersen an der Firmenspitze ablöste.

Deshalb will er nicht nur die Einkaufspolitik des Konzerns ändern, der nach Analysen der dänischen Marktforschung BTM Consult 2009 auf Platz zehn des Weltmarktes hinter Siemens rangierte. Es reiche nicht, gute Windkraftanlagen herzustellen. „Wir müssen auch das Service- und Wartungsgeschäft deutlich ausbauen“, fordert er. Bisher steuert es nur „gut fünf Prozent“ zum Umsatz bei. Nach einer Studie der internationalen Unternehmensberatung Oliver Wyman wird das Servicegeschäft in den nächsten Jahren zur Profitmaschine in der Windindustrie. Darauf sei das Gros der Hersteller aber nicht vorbereitet.

Auch das Geschäft mit Windparks im Meer wird für Repower &Co. wichtiger. „Es ist gemessen am Gesamtumsatz noch klein, wird aber im kommenden Jahr deutlich anziehen“, sagt Nauen und wird dann konkreter: „Bis 2014/15 soll unsere Offshore-Sparte rund ein Drittel zum Gesamtumsatz beitragen.“ Zuversichtlich stimmt ihn nicht nur, dass Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy jetzt erstmals ein großes Offshore-Programm bekanntgegeben hat. Repower hat derzeit bereits einen hohen Auftragsbestand von mehr als einer Milliarde Euro in den Büchern.

Der erfahrene Windmanager Nauen hat sich auch viel im Vertrieb vorgenommen. So hat er das Deutschlandgeschäft in eine eigene Tochtergesellschaft ausgegliedert. „Wir müssen in den einzelnen Ländern noch näher an den Kunden herangehen“, begründet er diesen Schritt. Repower stelle zwar gute Windanlagen her, „wirkt dabei aber häufig sehr technologieorientiert“.

Deutschland soll für Repower ein Modell für andere Märkte werden. „In drei bis vier Jahren wollen wir unseren Marktanteil in Deutschland auf 20 Prozent verdoppeln“, lautet sein ehrgeiziges Ziel.

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