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13.04.2012

11:41 Uhr

Umfrage

Die Deutschen misstrauen ihren Stromversorgern

VonThomas Sigmund, Klaus Stratmann

ExklusivDas schlechte Image der Stromversorger hat Tradition: Sie profitieren nicht von der Energiewende, ihr Eintreten für den raschen Atomausstieg blieb unbemerkt. Nur die Solarwirtschaft genießt ein hohes Ansehen.

„Sonne bleibt“: Campact-Aktivisten streiten für die Energiewende. dpa

„Sonne bleibt“: Campact-Aktivisten streiten für die Energiewende.

BerlinDie deutschen Stromverbraucher zahlen Jahr für Jahr Milliardenbeträge dafür, dass rund drei Prozent des Stroms von Photovoltaikanlagen produziert werden können. Und sie zahlen gerne dafür. Nur so lässt sich erklären, dass die Solarwirtschaft im Image-Ranking verschiedener Industrie- und Wirtschaftszweige den zweiten Platz belegt. Nur das Handwerk erreicht in der Hitliste eine bessere Platzierung.

Das Ranking basiert auf einer repräsentativen Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen für den Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und ist Bestandteil des "Energiemonitors 2012", der dem Handelsblatt vorliegt.

Der BDEW lässt den Energiemonitor Jahr für Jahr erstellen. Die diesjährige Ausgabe, fertiggestellt im März, wurde der Öffentlichkeit bislang vorenthalten und nur für verbandsinterne Zwecke genutzt. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Während die Solarwirtschaft im Ansehen der Bevölkerung einen Spitzenplatz erreicht, landen die klassischen Stromversorger, die der Verband repräsentiert, im unteren Drittel des Rankings. Noch düsterer sieht es für eine besonders umstrittene Sparte der Stromversorgerbranche aus, die Kernkraftindustrie: Sie rangiert auf dem vorletzten Platz des Image-Rankings. Nur die Mineralölindustrie steht noch schlechter da.

Die Energiewende hat den klassischen Stromversorgern somit keinen spürbaren Image-Gewinn beschert. Das ist für den BDEW betrüblich. Der BDEW-Vorstand hatte sich bereits Anfang April vergangenen Jahres und damit nur wenige Wochen nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima dafür ausgesprochen, das letzte Kernkraftwerk in Deutschland möglichst 2020 abzuschalten.

Der Verband setzte sich damit über den Widerstand der vier Kernkraftwerksbetreiber hinweg, die zu den wichtigsten BDEW-Mitgliedern gehören, und ging noch weiter als die Politik: Die Bundesregierung beschloss im Sommer vergangenen Jahren einen beschleunigten Ausstieg aus der Kernkraft mit einer Abschaltung des letzten Meilers im Jahr 2022.

Kommentare (10)

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Account gelöscht!

13.04.2012, 12:08 Uhr

Wen wundert das?Die großen Vier,blockierten vor Fukushima erfolgreich den Atomausstieg und waren so erfolgreich,dass dies auch gelang.Sie ließen in den letzten 20 Jahren massiv die Stromnetze verkommen,sodass die Stromversorgung unterbrochen wurde,durch zusammenbrechende Strommasten und nicht durch Strommangel aufgrund von abgeschalteten Atommeilern.Die Ersparnis aus der nicht erfolgten Wartung der Stromnetze ging in die eigene Tasche,bzw. die der Aktionäre und der Strompreis kletterte trotzdem.
Sie versuchten zu verunsichern,indem sie behaupteten,dass wir im Winter ohne Atomkraft mit Stromausfällen rechne müßten,was speziell für gewisse Industrien gefährlich sei.Die Wahrheit sah anders aus,nämlich derart,dass man dem Atomriesen Frankreich noch mit Strom aushelfen konnte,dessen Atomkraftwerke die Last nicht stämmen konnten.

mon_y.burns@dynip.name

13.04.2012, 12:09 Uhr

Das StarkStrom - Kartell haben wir es doch geahnt!

http://www.myup.ir/images/15822300458362698536.jpg

http://dynip.name/reg-anon.pdf

Wohin wandern diese Neukundenboni/Prämien bei den ganzen BESTADSKUNDEN-Rentnern die bei der liEberalisierung der Stommärkte lieber nicht mitmachen, diesem neumodischen Kram?

(Die Jehova-Muslime-Chinakommunisten bespitzeln uns bestimmt mit Hardware "pcAnywhere/Teamviewer/VNC-Rootkits" iVM "powerline-Adapter" built-in Netzteilen/Monitorne ;o))

Hauptsache sie können kritische Blogger bei Kritik (Freidenker-Alarm) abschalten.

Jetzt aber genug Fear, Unetratinty and Doubt für den Strommarkt heute.

hurst

13.04.2012, 12:20 Uhr

Es werden ständig die Milliarden genannt, die die Verbraucher für die Fotovoltaik(Einspeisung)über höh. Strompreise bezahlen müssen.
Wieviel Mrd. müssen die privaten Haushalte für die stromfressenden Großverbraucher (als indirekte Subvention)aufbringen?

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