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03.01.2007

15:26 Uhr

Umfrage

Manager sehen schwarz für US-Autobauer

Topmanager der amerikanischen Autoindustrie haben ihrem Wirtschaftszweig in einer Umfrage für die Zukunft wenig Hoffnung auf Besserung gemacht. Die Absatzkrise der amerikanischen Autobauer General Motors, Ford und Chrysler wird nach Einschätzung der Manager vielmehr noch jahrelang weitergehen.

HB HAMBURG. 71 Prozent der 150 von der Unternehmensberatung KPMG befragten Top-Manager von Automobilherstellern und Zulieferfirmen in Nordamerika, Europa und Asien gehen für die kommenden fünf Jahre von sinkenden Weltmarktanteilen amerikanischer Automarken aus.

Damit haben sich die Aussichten für die US-Konzerne weiter eingetrübt. Bei der Umfrage vor einem Jahr hatten nur 60 Prozent der Befragten sinkende Marktanteile prognostiziert.

Von der Schwäche der Amerikaner dürften nach Meinung der Automanager vor allem chinesische und indische Autobauer profitieren. 79 Prozent der Branchenexperten erwarten, dass Hersteller aus China ihren Weltmarktanteil ausbauen können. Etwas mehr als die Hälfte der Befragten (55 Prozent) meint, dass auch indische Automarken im globalen Wettbewerb zulegen werden.

Weniger optimistisch als vor einem Jahr sind die Fachleute dagegen für Hersteller aus Japan und Südkorea. Für europäische Autohersteller sind die Erwartungen der Experten gemischt und lassen keine eindeutige Aussage erkennen.

Die US-Konzerne reagieren mit drastischen Sanierungsprogrammen auf die zunehmende asiatische Konkurrenz und bauen ihre Zusammenarbeit mit chinesischen Autobauern aus. Der chinesische Hersteller Chery soll für die US-Tochter Chrysler des deutsch-amerikanischen Daimler-Chrysler-Konzerns einen Kleinwagen für den Weltmarkt bauen. Chrysler erhofft sich davon einen Einstieg in das Kompakt-Segment. Angesichts steigender Benzinpreise greifen auch Autokäufer in den USA immer mehr zu spritsparenden Fahrzeugen, von denen die heimischen Autoriesen GM, Ford und Chrysler zu wenige im Programm haben. Für Chery wäre die Auftragsproduktion ein wichtiger Schritt auf den Weltmarkt.

Auch andere chinesische Autohersteller expandieren. So hat Ford-Partner Jiangling angekündigt, die Zahl seiner Vertragshändler in Europa auf 500 zu erhöhen. Jiangling gehört zu einer Gruppe chinesischer Autobauer, die in den vergangenen Jahren durch die Zusammenarbeit mit westlichen Autokonzernen Erfahrungen gesammelt haben und nun mit erschwinglichen Autos zum Sprung nach Europa und in die USA ansetzen.

Wegen der hohen Kraftstoffpreise wird sparsamer Verbrauch immer wichtiger. 89 Prozent der Befragten gingen davon aus, dass die Nachfrage nach Hybridfahrzeugen und benzinsparenden Modellen deutlich zulegen wird. Bei der umweltfreundlichen Hybridtechnik kommt neben einem Verbrennungsmotor ein Elektromotor zum Einsatz. Auch auf diesem Feld versuchen die Amerikaner verzweifelt, verlorenes Terrain zurückzugewinnen. Auf der Automobilmesse in Detroit, die am Wochenende beginnt, haben GM, Ford und Chrysler die Chance, neue Stärke zu zeigen, wenn sie neue Modelle und Zukunfts-Studien einem großem Publikum vorstellen.

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