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10.04.2006

09:49 Uhr

Umsatzrückgang 2005

Umbau drückt Herlitz wieder ins Minus

Der Einstieg der amerikanischen Investmentgesellschaft Advent hat das Geschäft des Berliner Büroartikelanbieters Herlitz bislang noch nicht beflügelt. Wie das börsennotierte Handelsunternehmen am Freitag mitteilte, ging der Umsatz 2005 abermals zurück.

cs DÜSSELDORF. Der Umsatz sank um sechs Prozent auf 318 Mill. Euro. Auch das Vorsteuerergebnis rutschte – erstmals seit dem 2002 erfolgreich abgeschlossenen Insolvenzverfahren – mit 4,3 Mill. Euro unter die Nulllinie.

Im vergangenen August hatte Advent über die Tochtergesellschaft Stationery Products 65 Prozent des Aktienanteils an Herlitz übernommen, den bis dahin die Gläubigerbanken hielten. Nach Abschluss des anschließenden Pflichtangebots an die ausstehenden Aktionäre kommt Advent inzwischen auf einen Anteil von 66 Prozent, wie eine Herlitz-Sprecherin sagt. Seitdem haben die Amerikaner nicht nur den Vorstand komplett ausgetauscht. Auf ihren Druck hin sollen nun auch die Kosten weiter gesenkt werden.

Vorstandschef Jan Van Riet begründete daher das Minus in der Bilanz mit Restrukturierungsmaßnahmen, die Herlitz 2005 beschlossen hat und die zu Sonderaufwendungen in Höhe von 11,5 Mill. Euro führen werden. Der schwerste Kostenblock ist dabei die Abwicklung des Produktionsstandortes Berlin-Tegel, dessen Aufgaben der bestehende Herlitz-Standort im brandenburgischen Falkensee übernehmen soll.

143 Jobs sind von der Restrukturierung betroffen, gab Van Riet am Freitag bekannt. Bis zu 81 Beschäftigte sollen indes die Möglichkeit erhalten, für einen externen Dienstleister weiterzuarbeiten – sofern sie einen Lohnabschlag in Kauf nehmen. Dem Interessenausgleich stimmte der Betriebsrat nur zähneknirschend zu. „Herlitz drohte damit, ansonsten weitere Arbeitsplätze nach Polen zu verlagern“, berichtete ein Mitarbeitervertreter.

Für das laufende Geschäftsjahr bleibt der Ausblick verhalten. „2006 ist ein Jahr der Restrukturierung“, sagte Van Riet. Ab 2007 erwartet Herlitz, jährlich wieder um drei Prozent zu wachsen.

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