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31.07.2014

12:04 Uhr

Umsatzrückgang

Lackier-Gebäude werden für Dürr zum Problem

Umsatzrückgang um elf Prozent: Der Autozulieferer Dürr enttäuscht die Erwartungen der Analysten. Immerhin nimmt der Auftragseingang deutlich zu. Vor der Homag-Übernahme aktualisiert Dürr seine Prognose.

Der Anlagenbauer Dürr hat seinen Sitz in Bietigheim-Bissingen (Baden-Württemberg). dpa

Der Anlagenbauer Dürr hat seinen Sitz in Bietigheim-Bissingen (Baden-Württemberg).

StuttgartVerzögerungen bei einigen Projekten haben dem Autozulieferer Dürr im zweiten Quartal zu schaffen gemacht. Der Umsatz des Spezialisten für Lackieranlagen sank von April bis Juni um elf Prozent zum Vorjahr auf 522 Millionen Euro. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) ging um drei Prozent auf 45 Millionen Euro zurück, wie Dürr am Donnerstag mitteilte. Bei einigen Kunden seien die Gebäude für neue Auto-Lackieranlagen nicht rechtzeitig fertiggestellt worden, erklärte ein Sprecher.

Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem Umsatzanstieg im zweiten Quartal auf 654 Millionen Euro und einem Ebit von 47 Millionen Euro gerechnet. Die Aktie des im MDax notierten Maschinenbauers rutschte um fünf Prozent, nachdem sie in den vergangenen Wochen wegen der anstehenden Übernahme der Homag schon deutlich an Wert eingebüßt hatte.

Die weltweit größten Automobilzulieferer

Platz 10

Faurecia - 18,03 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Das Schicksal des Autozulieferers ist eng verbunden mit PSA Peugeot/Citroën. Derzeit stagnieren die Geschäfte. Zum Portfolio gehören Sitze und Emissionskontrollsysteme.

Platz 9

Aisin Seiki - 18,92 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner gehören zur Toyota-Gruppe und produzieren etliche Komponenten für die Autoindustrie, darunter Getriebe und Navigationssysteme.

Platz 8

Michelin - 20,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der französische Reifenriese musste zuletzt erneut Rückschläge beim Absatz hinnehmen. Neben Reifen stellt das Unternehmen aus Clermont-Ferrand auch Navigationssysteme her.

Platz 7

Johnson Controls - 20,93 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die US-Amerikaner aus Milwaukee konzentrieren sich die Zulieferung von Sitzen, Türen und Instrumenten. Damit legte der Umsatz zuletzt leicht zu.

Platz 6

Hyundai Mobis - 23,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Koreaner sind Teil des riesigen koreanischen Hyundai-Imperiums und zählen zu den wichtigsten Zulieferern für die Autobauer Hyundai und Kia. Gebaut werden Sicherheitssysteme, Airbus, Lampen und Antriebsstränge.

Platz 5

Bridgestone / Firestone - 24,62 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

In der Gummiverarbeitung sind die Japaner sogar weltweit führend. In Frankreich, Italien, Polen und Spanien betreiben sie eigene Werke.

Platz 4

Magna - 24,95 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Unter der Führung der schillernden Österreichers Frank Stronach wuchs der Konzern - und kann nahezu alle Bauteile selbst Produzieren. Fahrgastzellen, Sitze, Antrieb und Elektronik gehören zum Portfolio des Unternehmens.

Platz 3

Denso - 27,79 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner verloren zuletzt wieder Marktanteile. Kunden sind insbesondere die großen japanischen Autobauer. Das Unternehmen baut unter anderem Klimaanlage, Antriebsstränge und Elektronik.

Platz 2

Robert Bosch - 30,7 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der zweitgrößte Autozulieferer der Welt ist in Stuttgart daheim. Neben Benzin- und Dieselsystemen baut Bosch auch Multimedia-Systeme, Bremsen, Elektronik und Batterien für etliche große Autohersteller .

Platz 1

Continental - 33,32 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Aus Hannover in die Welt: Neben den bekannten Reifen liefert Conti auch Sicherheits- und Telematiksysteme, Steuerinstrument und die Elektronik für Antriebsstränge. Im Vergleich zum Vorjahr legte der Umsatz damit leicht zu.

Für das zweite Halbjahr stellte Vorstandschef Ralf Dieter Besserung in Aussicht. „Die Investitions-Pipeline bei unseren Kunden ist weiterhin gut gefüllt“, erklärte er. So seien weitere große Projekte der Autoindustrie in China zu erwarten. Der Auftragseingang stieg im zweiten Quartal um 15 Prozent auf 707 Millionen Euro zu, so dass in der ersten Jahreshälfte fast das Niveau des Vorjahres erreicht werden konnte. Mit einem Auftragsbestand von insgesamt 2,35 Milliarden Euro ist das Unternehmen aus Bietigheim-Bissingen bis in das kommende Jahr hinein voll ausgelastet. Die Zahl der Mitarbeiter soll von zuletzt 8300 weiter steigen auf 8500 bis Jahresende.

Der MDax-Konzern aktualisierte seine Prognose: Der Umsatz werde das untere Ende der erwarteten Spanne von 2,4 bis 2,5 Milliarden Euro - und damit das Vorjahresniveau - erreichen. Bei der Ebit-Marge peilt Dürr hingegen nun das obere Ende seines Zielkorridors von 8,0 bis 8,5 Prozent an nach 8,3 Prozent im ersten Halbjahr. Im kommenden Jahr, wenn die vor kurzem angekündigte Übernahme des Holzmaschinenbauers Homag wirksam wird, ist dieses Renditeniveau nicht zu erreichen.

Der Übernahmekandidat erwirtschaftete zuletzt nur 4,4 Prozent operativen Gewinn vom Umsatz. Ziel von Dürr ist es, Homag auf das eigene Renditeniveau zu trimmen. Mit dem Zusammenschluss der beiden Maschinenbauer sollen Synergieeffekte gehoben werden.

Angesichts einer Gesamtliquidität von 790 Millionen Euro sei die Übernahme der Homag ohne das Risiko einer Verschuldung zu stemmen, erklärte Finanzvorstand Ralph Heuwing. Die Schwaben halten Ausschau nach weiteren Zukäufen, um sich unabhängiger von der Autoindustrie zu machen, wo sie schon eine führende Stellung als Zulieferer haben.

Von

rtr

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