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05.04.2011

11:27 Uhr

Umsatzwachstum

Geldsegen für Biotechbranche

VonMaike Telgheder

Die deutsche Biotechnologiebranche kann aufatmen. Mit der konjunkturellen Erholung fließen auch die Gelder wieder und neue Forschungsprojekte werden angeschoben. Die Branche wird für Investoren damit wieder attraktiv.

SAP-Mitbegründer Dietmar Hopp gestaltet als privater Großinvestor die Zukunft der Biotechbranche mit. Quelle: dpa

SAP-Mitbegründer Dietmar Hopp gestaltet als privater Großinvestor die Zukunft der Biotechbranche mit.

Frankfurt

Diese Trends zeigt der gestern veröffentliche Biotechreport des Prüfungs- und Beratungsunternehmens Ernst & Young. Auch die aktuelle Firmenumfrage der Informationsplattform Biotechnologie.de, die im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung erstellt wurde, zeichnet ein positives Bild der Branche: Danach wuchs der Umsatz der rund 540 Biotechunternehmen in Deutschland im vorigen Jahr um neun Prozent auf 2,4 Milliarden Euro.

Dabei konnten die Unternehmen ihr Finanzierungsvolumen auf 700 Millionen Euro mehr als verdoppeln. An Wagniskapital konnten sie 321 Millionen Euro einwerben und damit so viel wie nie zuvor. Per Kapitalerhöhung über die Börse kamen weitere 335 Millionen Euro in die Kassen - fast zweimal so viel wie im Jahr zuvor.

"Die Finanzierung der Biotechbranche hat inzwischen wieder fast 90 Prozent des Vorkrisenniveaus erreicht", sagt Siegfried Bialojan, Autor der Studie von Ernst & Young. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft nahm mit rund 390 Unternehmen eine kleinere Grundgesamtheit unter die Lupe, weil sie die Töchter ausländischer Firmen bei der Betrachtung herauslässt.Allerdings kommt die Erholung auf der Finanzierungsseite nicht bei der gesamten Branche an, merkt Branchenexperte Bialojan kritisch an: Die fünf größten Finanzierungsrunden des vergangenen Jahres holten fast 70 Prozent des gesamten Wagniskapitals.

Nach wie vor bestimmen private Investoren wie der SAP-Mitgründer Dietmar Hopp und die Strüngmann-Brüder (ehemals Hexal-Besitzer) das Bild. Die größte Finanzierungsrunde des vergangenen Jahres beispielsweise wurde komplett von der Santo-Holding der Strüngmann-Brüder getragen. Dabei flossen 55 Millionen Euro frisches Kapital an die Wuppertaler Firma Aicuris, eine Ausgliederung aus der Pharmasparte von Bayer.

Bei der Entwicklung von Medikamenten ist die Biotechbranche im vergangenen Jahr ein gutes Stück vorangekommen. Die Zahl der in der klinischen Forschung untersuchten Wirkstoffe wuchs in Deutschland um sieben Prozent auf 334. In Europa liegt der Zuwachs laut Ernst & Young bei 2,3 Prozent.

Auch die Zahl der Kooperationen mit der Pharmaindustrie steigt; nicht nur weil die Konzerne dringend Produktnachschub brauchen, sondern auch, weil es für manche Pharmakonzerne effizienter ist, Forschung auszulagern.

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