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04.01.2008

17:32 Uhr

Umstrittene Schlankheitspille

Sanofi-Aventis droht weitere Sammelklage

Die umstrittene Schlankmacherpille Acomplia könnte für den französischen Pharmakonzern Sanofi-Aventis zum teuren Flop werden. Erneut steht dem Unternehmen eine Sammerlklage enttäuschter Aktionäre ins Haus. Bereits im November hatten Anleger wegen der enttäuschenden Umsatzzahlen Klage eingereicht.

HB PARIS. Dem französischen Pharmakonzern Sanofi-Aventis steht eine weitere Sammelklage von Aktionären wegen seiner umstrittenen Schlankmacherpille Acomplia ins Haus. Anleger werfen dem Unternehmen vor, Nebenwirkungen des Medikamentes verschwiegen zu haben.

Die US-Anwaltskanzlei Schiffrin Barroway Topaz & Kessler reichte nach eigenen Angaben Klage bei einem Bezirksgericht in New York ein. Sie vertritt dabei Aktionäre, die zwischen Mitte Februar 2006 und Mitte Juni 2007 Sanofi-Aventis-Aktien gekauft hatten. Sanofi-Aventis wies die Vorwürfe zurück. Der Konzern werde sich dagegen energisch verteidigen, sagte ein Sprecher am Freitag.

Im Juni 2007 hatte ein Beraterausschuss der US-Arzneimittelbehörde FDA empfohlen, das auch als Zimulti bekannte Medikament nicht in den USA zuzulassen. Dies hatte erhebliche Kurseinbußen der Sanofi-Aktie zur Folge. Als Grund für ihre abschlägige Empfehlung nannten die Experten Befürchtungen, Acomplia könne Selbstmordgedanken und Depressionen bewirken.

In Europa ist das Mittel dagegen seit 2006 zugelassen, muss aber inzwischen mit schärferen Warnhinweisen versehen werden. Bereits im November hatte die US-Anwaltskanzlei Coughlin Stoia Geller Rudman & Tobbins eine Sammelklage gegen Sanofi wegen Acomplia angestrengt.

Analysten hatten Acomplia ursprünglich Spitzenumsätze von drei Mrd. Dollar im Jahr zugetraut. Im dritten Quartal setzte Sanofi damit aber lediglich 21 Mill. Euro um.

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