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25.02.2004

08:39 Uhr

Umtauschanleihe aufgelegt

RWE stellt Entsorgung zum Verkauf

Der Essener Energiekonzern RWE will einen Schlussstrich unter sein verlustreiches Engagement in der Müllentsorgung ziehen: Der Aufsichtsrat des Unternehmens beschloss nach Informationen des Handelsblatts gestern, die Sparte ab 2005 zum Verkauf zu stellen. Zudem beschloss der Aufsichtsrat wie erwartet die Platzierung der Mehrheitsbeteiligung des Konzerns am größten deutschen Bauunternehmen Hochtief an der Börse. Der Großteil soll an institutionelle Investoren gehen.

Die RWE-Zentrale in Essen. Foto: dpa

Die RWE-Zentrale in Essen. Foto: dpa

HB ESSEN. „Die RWE Umwelt AG gehört jetzt nicht mehr zum Kerngeschäft“, bestätigte ein Mitglied des Gremiums dem Handelsblatt. Die RWE-Führung sei sich aber bewusst, dass es schwierig wird, einen Käufer für die Sparte zu finden. In der Zwischenzeit wolle der Konzern deshalb die Restrukturierung der RWE Umwelt AG vorantreiben. Vom Konzern selbst war zunächst keine Bestätigung zu erhalten.



Offiziell verkündet wurden dagegen die Pläne für die Hochtief-Beteiligung. Von sofort an biete RWE das Paket von 39,3 Mill. Hochtief-Aktien zum Verkauf an, teilte das Energieunternehmen am Mittwoch mit. Dies entspreche 56,1 % des Grundkapitals von Hochtief. An institutionelle Investoren in Europa und den USA sollen davon 32 Mill. Papiere direkt zu einem Preis von 21,75 bis 23 € gehen. Die im Nebenwerteindex MDax notierten Anteilsscheine des Essener Bauunternehmens hatten am Vortag bei 23,68 € den Börsenhandel beendet. Die RWE-Aktien schlossen im Deutschen Aktienindex (Dax) bei 33,08 €.

Zudem begibt RWE auf Hochtief-Aktien eine Umtauschanleihe im Volumen von bis zu 250 Mill. €. Die Anleihe habe eine Laufzeit von drei Jahren, gab RWE bekannt. Sie werde mit einem Kupon von 1,125 bis 1,625 % ausgestattet und einer Umtauschprämie von 25 bis 30 %. Die Anleihe werde ausschließlich institutionellen Investoren in Europa angeboten, hieß es. Die Frist zur Annahme beider Offerten ende spätestens an diesem Donnerstag. Der endgültige Angebotspreis, die Anzahl der platzierten Hochtief-Aktien sowie nähere Angaben zu Umfang und endgültigen Bedingungen der Umtauschanleihe würden unmittelbar nach Abschluss der Transaktion mitgeteilt.

In den vergangenen Tagen war bereits bekannt geworden, dass die RWE-Führung im Rahmen einer so genannten Roadshow versucht hatte, Investoren die Hochtief-Anteile schmackhaft zu machen. Zudem hatte RWE angekündigt, den Aufsichtsrat möglicherweise um eine „Ermächtigung zur konkreten Prüfung und Umsetzung einer Aktienplatzierung in Abhängigkeit vom Marktumfeld“ zu bitten. Der Konzern hatte die Hochtief-Beteiligung zusammen mit seinem Anteil an der Heidelberger Druckmaschinen AG schon vor Jahren zum Verkauf gestellt. Wegen der schwachen Börsenverfassung der vergangenen Jahre hatte RWE die ursprünglich bis Ende 2003 angepeilte Veräußerung jedoch verschieben müssen. Der Verkauf an einen strategischen Investor galt überdies seit langem als sehr unwahrscheinlich. In den vergangenen fünf Jahren hätten alle großen Baukonzerne abgewunken, hieß es jüngst in unternehmensnahen Kreisen.

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