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25.08.2014

19:04 Uhr

Umweltvorschriften

Siemens sieht gute Chancen für Schiffstechnologie

Der Siemens-Konzern sieht mit seiner Sparte Marine & Shipbuilding gute Chancen für die Schiffstechnologie und erwartet in den kommenden ein leichtes Wachstum auf dem Welt-Schiffbaumarkt.

Auf dem Containerschiff „Eugen Maersk“ wendet Siemens die energieeffiziente Rückgewinnung von Abwärme aus dem Hauptmotor an. dpa

Auf dem Containerschiff „Eugen Maersk“ wendet Siemens die energieeffiziente Rückgewinnung von Abwärme aus dem Hauptmotor an.

HamburgDer Siemens-Konzern sieht vor dem Hintergrund strengerer Umweltvorschriften in der Schifffahrt gute Chancen für seine Schiffszulieferungen. Die Reeder wünschten sich vor allem Energieeffizienz, um Treibstoffkosten zu sparen, sagte Stefan Kraus, Strategiedirektor der Siemens-Sparte Marine & Shipbuilding, am Montag in Hamburg. Ein Beispiel sei die Rückgewinnung von Abwärme aus dem Hauptmotor, wie sie etwa auf dem Containerschiff „Eugen Maersk“ angewendet werde. Aus den heißen Abgasen wird so Strom gewonnen, und sowohl der Treibstoffverbrauch als auch die CO2-Emissionen gehen um zehn bis zwölf Prozent zurück.

Siemens erwartet in den kommenden Jahren ein leichtes Wachstum auf dem Welt-Schiffbaumarkt und zielt mit seinen Produkten vor allem auf Passagier-, Container- und Offshore-Schiffe. Sie wiesen den größten Anteil an Elektrotechnik auf, bis zu zehn Prozent des Schiffswertes, sagte Kraus. Der Siemens-Konzern setzt mit Schiffstechnik einen dreistelligen Millionenbetrag um und beschäftigt in der Sparte mehr als 500 Mitarbeiter.

Stärken und Schwächen von Siemens

Stärke 1

Dividendenstärke

Seit einigen Jahren gilt bei Siemens das Ziel, einen Anteil von 40 bis 60 Prozent des Gewinns nach Steuern auszuschütten, deutlich mehr als früher. Für 2013 gab es wieder eine Dividende auf dem Rekordniveau von drei Euro. Dies entspricht einer Ausschüttungsquote von 57 Prozent.

Stärke 2

Aufträge

Der Auftragseingang, also die Umsätze von morgen, legte im abgelaufenen Geschäftsjahr um acht Prozent auf 82,4 Milliarden Euro zu.

Stärke 3

Ertragsperlen

Die Medizintechnik, der kleinste der vier Siemens-Sektoren, glänzte im vergangenen Geschäftsjahr nicht nur mit der höchsten operativen Umsatzrendite. Auch in absoluten Zahlen lieferte die Medizintechnik mit einem operativen Ergebnis (Ebitda) von zwei Milliarden Euro den höchsten Gewinnbeitrag.

Schwäche 1

Abhängigkeit von Europa

Was in Boomzeiten ein Vorteil ist, wird zum Nachteil, wenn die Konjunktur lahmt – die starke Position von Siemens in Europa. In Südeuropa etwa können die Schuldenstaaten derzeit nur noch wenige große Infrastrukturprojekte anstoßen. Das bekommt auch Siemens zu spüren.

Schwäche 2

Fehlende Innovationskraft

Es gibt Zweifel an der Innovationskraft von Siemens – trotz 60.000 neuen Patenten im Jahr. Denn der Konzern erzielte zuletzt mit seinen Geschäften nur eine Bruttomarge von 27,4 Prozent. Nach Einschätzung von Konzernchef Joe Kaeser ist dies ein Anzeichen dafür, dass Siemens mit seinen Produkten nicht die Preise erzielen kann, die man gerne hätte. Die Produkte sind womöglich nicht immer innovativ genug.

Schwäche 3

Sonderlasten

Vor allem schlecht gemanagte Großprojekte verhageln dem Konzern seit Jahrzehnten die Ergebnisse. 2013 war es besonders arg. Die anhaltenden Probleme bei der Anbindung der Offshore-Windparks an das Stromnetz auf dem Festland, die verspätete Auslieferung von ICE-Zügen, der Ausstieg aus dem Solargeschäft und andere Pannen verursachten im Konzern fast 900 Millionen Euro an Sonderaufwendungen.


Von

dpa

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