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22.09.2011

06:13 Uhr

United Technologies schluckt Goodrich

Milliarden-Übernahme in der Luftfahrt-Branche

Der US-Mischkonzern United Technologies will den Flugzeugtechnik-Zulieferer Goodrich übernehmen - für satte 16,5 Milliarden Dollar. Doch der Deal ist noch lange nicht durch

Kanzel einer Boeing 787: United Technologies stellt Cockpit-Elektronik her. Reuters

Kanzel einer Boeing 787: United Technologies stellt Cockpit-Elektronik her.

Hartford /CharlotteIn der US-Flugzeugindustrie kommt es zu einer Großfusion: Für 16,5 Milliarden Dollar in bar schluckt der US-Mischkonzern United Technologies den Flugzeugzulieferer Goodrich . Außerdem übernimmt der Käufer 1,9 Milliarden Dollar an geschätzten Schulden, wie United Tech am Donnerstag mitteilte. Es ist der größte Zukauf des General-Electric -und Honeywell -Rivalen seit einem Jahrzehnt.

Mit dem Goodrich-Konzern, der die beiden großen Flugzeugbauer Airbus und Boeing beliefert, baut United Tech seine Präsenz im Flugzeuggeschäft mit einem Schlag deutlich aus. Das Konglomerat ist der führende Hersteller von Aufzügen und Klimaanlagen. Ferner gehören zu ihm der Flugzeugtriebwerksbauer Pratt & Whitney sowie der Flugzeugelektronikhersteller Hamilton Sundstrand, beides ebenfalls Kunden von Goodrich.

„Goodrich erfüllt alle unsere Akquisitionskriterien“, erklärte United-Tech-Chef Louis Chenevert. „Es passt strategisch zu unserem Kerngeschäft, verfügt über großartige Technologie und Beschäftigte und stärkt unsere Position in Wachstumsmärkten.“ Vor dem Wechsel an die Konzernspitze hatte Chenevert die Sparte Pratt & Whitney geleitet. Sein Goodrich-Kollege Marshall Larsen, der seit 34 Jahren im Unternehmen ist, soll die neue United-Tech-Sparte UTC Aerospace Systems führen, und zwar am bisherigen Firmensitz von Goodrich in Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina.

Mit der Übernahme könnte United Tech im Flugzeuggeschäft auf eine kritische Größe kommen, um die zunehmende Nachfrage aufzufangen. Der gestiegene Bedarf an spritsparenden Flugzeugen füllt die Order-Bücher der großen Hersteller - davon profitieren die Zulieferer. Außerdem könnte United Tech mit Goodrich schwache Geschäfte einzelner Sparten wettmachen. Diese leiden unter Kürzungen bei Verteidigungsausgaben.

„Es ist ein guter Deal“, kommentierte Analyst Jim McAleese. „Es ist definitiv ein Wachstumsschritt für United Technologies in der zivilen Luftfahrt, und es reduziert die Abhängigkeit des Unternehmens vom Verteidigungsgeschäft.“

United Tech zahlt den Goodrich-Aktionären 127,50 Dollar je Anteilsschein. Das ist ein Aufschlag von 47 Prozent gegenüber dem Aktienkurs am Donnerstag vergangener Woche.

Von

dpa

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