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10.09.2013

16:41 Uhr

Unmut beim Autobauer

Wilder Streik im Bochumer Opel-Werk

Nach einer 17-stündigen Belegschaftsversammlung hatten einige Mitarbeiter des Bochumer Opel-Werks offenbar genug. Zahlreiche Beschäftigte blieben illegal der Arbeit fern – und überraschten selbst ihren Betriebsratschef.

Plakat vor dem Opel-Werk in Bochum: Über Maßnahmen nach dem wilden Streik ist nach Angaben des Autobauers noch nicht entschieden. dpa

Plakat vor dem Opel-Werk in Bochum: Über Maßnahmen nach dem wilden Streik ist nach Angaben des Autobauers noch nicht entschieden.

BochumBei Opel ist ein Teil der Belegschaft im Werk Bochum in der Nacht auf Dienstag in einen wilden Streik getreten. Nach einer Belegschaftsversammlung an dem Standort im Ruhrgebiet, die bis in die tiefe Nacht dauerte, hätten sich bis zur Frühschicht um 7 Uhr rund 140 Beschäftigte an einer „illegalen Arbeitsniederlegung“ beteiligt, sagte ein Opel-Sprecher am Dienstag und bestätigte damit einen Bericht der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ vom Mittwoch. Nach der Belegschaftsversammlung hätten „einige Mitarbeiter“ ihre Kollegen aufgerufen, nicht an die Bänder zu gehen. Diesem Aufruf seien rund 140 Beschäftigte gefolgt.

Insgesamt arbeiten bei Opel in Bochum in der Nachtschicht nach Unternehmensangaben zwischen 800 und 1000 Beschäftigte. Wie der Opel-Sprecher sagte, habe es als Folge der Arbeitsniederlegung in der Nacht auf Dienstag nur eine „eingeschränkte Produktion“ gegeben. Mit der Frühschicht ab sieben Uhr aber sei die Fertigung wieder normal gelaufen. Ob disziplinarische Schritte gegen die am Streik beteiligten Mitarbeiter eingeleitet würden, sei „noch nicht entschieden“.

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Bei seinem Auftritt auf der IAA verbreitet Opel-Chef Karl-Thomas Neumann Optimismus. In Bochum berät die Belegschaft derweil, wie sie gegen die Schließungspläne vorgehen soll.

Die Belegschaftsversammlung, bei der es um die geplante Schließung des Standorts ging, hatte nach Betriebsratsangaben am Montag um 8 Uhr am Morgen begonnen und bis Dienstag um 1 Uhr gedauert. 51 Redner hätten sich zu Wort gemeldet. Es sei die „längste Belegschaftsversammlung in der Geschichte von Opel“ gewesen, erklärte der Betriebsrat. Opel will das Werk Ende 2014 schließen.

Der Bochumer Betriebsrat-Chef, Rainer Einenkel, der laut „WAZ“ nicht zu der Arbeitsniederlegung aufgerufen hatte, sprach in der Zeitung von einer „demokratischen Entscheidung“ der Mitarbeiter. Er selbst distanzierte sich von wilden Streiks: „Ich glaube, wir müssen den Weg der Verhandlungen gehen“, sagte der Betriebsrat-Chef.

Von

afp

Kommentare (10)

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audi

10.09.2013, 16:57 Uhr

Es wird Zeit, dass die Opel Kollegen wieder unter ein dt. Dach kommen sollten. Dr. Neumann wurde deshalb zu Opel geschickt, um die Rückkehr vor zu bereiten.

Schwan

10.09.2013, 18:00 Uhr

Ein absoluter Skandal! Herr Einenkel kommen sie zur Vernunft! Der Betriebsrat ist an dieser Situation schuld! Herr Einenkel hat sich immer wieder gegen Flexibilisierungen im Personalcontrolling gewehrt- jetzt bekommt er die Quittung dafür! Das ist absolut RICHTIG! GM blieb nichts anderes übrig als Bochum dicht zu machen. Tatsächlich ist Herr Einenkel schuld, nicht die GM-Führung!!!!

No-Chevy

10.09.2013, 18:05 Uhr

Es ist einfach nur traurig, was aus der Adam Opel AG geworden ist. VW soll Seat abstoßen, einstampfen, oder was auch immer und GM Opel abkaufen.
Opel kann Autos bauen, bzw könnte, wenn GM nur wollte. Aber man lässt lieber den Opel Mokka bei Chevrolet bauen und stellt sich dann hin und verkündet, Bochum sei überflüssig.
Wer einen Opel aus koreanischer Produktion kauft, bestärkt GM in seiner Entscheidung nur. Sollte Opel bei GM bleiben, ist Bochum - leider - verloren. Es bleiben aber noch Rüsselsheim, Kaiserslautern und Eisenach. Daher, nur Opel kaufen, die von Opel/Vauxhall gebaut wurden und nichts aus Chevy-Werken!

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