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16.01.2004

12:18 Uhr

Unternehmen schweigen zu dem Thema

Übernahmegerüchte beflügeln Schering-Aktie

Börsenhändler in München und Frankfurt berichten, dass das Schweizer Pharmaunternehmen Novartis möglicherweise den deutschen Konkurrenten Schering übernehmen will.

HB FRANKFURT. Die Schering-Papiere gehörten mit einem Plus von zeitweise mehr als vier Prozent zu den größten Kursgewinnern im Deutschen Aktienindex (Dax).

Händler in Frankfurt und München berichteten übereinstimmend von einem Gerücht, wonach der Schweizer Konkurrent Novartis den Berliner Konzern übernehmen wolle. Weder Schering noch Novartis wollten dies kommentieren. Ein Frankfurter Händler sagte: „Es ist schwer das einzuschätzen, im Moment gehen in dieser Branche ständig Gerüchte.

Auch die Aktien der französischen Pharma-Konzerne Aventis und Sanofi legten angesichts neuer Fusionsgerüchte zu. Aventis gewannen 3,6 Prozent auf 54,75 Euro, Sanofi stiegen vier Prozent auf 59,90 Euro. „Es gibt neue Gerüchte, dass in der nächsten oder in zwei Wochen bei Aventis und Sanofi etwas bekannt gegeben werden könnte“, sagte ein Analyst in London. „Ich denke, dass eine Fusion der beiden Unternehmen am Ende wahrscheinlich ist, wäre aber sehr überrascht, falls das dieses Jahr geschieht.“ Bei Sanofi war zunächst keine Stellungnahme erhältlich, Aventis lehnte einen Kommentar ab.

Schering hatte in der Vergangenheit von den Dax-Gewinnen kaum profitiert und wurde so Nachholbedarf attestiert. Außerdem kommt dem exportorientierten Unternehmen der in den vergangenen Tagen wieder etwas gestiegene US-Dollar zu Gute.

Analystin Denise Anderson von JB Brokerage in Zürich äußerte sich skeptisch zu einer Fusion mit Novartis. Bei Therapeutika gebe es kaum Synergieeffekte zwischen den Firmen. Ferner habe Schering eine Reihe kleinerer Produkte, an denen Großunternehmen wie Novartis kaum interessiert sein könnten. Sie verwies außerdem auf mögliche Verwechslungen zwischen Schering und dem US-Unternehmen Schering-Plough in der Branche. Eine Fusion zwischen der US-Firma und Novartis hielt sie allerdings ebenfalls für unwahrscheinlich.

Marcus Konstanti von Sal. Oppenheim sagte: „Ich halte es nicht für unmöglich, aber für wenig wahrscheinlich.“ Interessant für Novartis sei eigentlich nur die Krebsforschung von Schering. Deswegen müsse man aber nicht gleich ein ganzes Unternehmen kaufen.

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