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11.04.2011

20:58 Uhr

Unternehmenssteuerreform

Betriebe klagen über höhere Steuerlast

Eine neue Studie über die Folgen der Unternehmenssteuerreform zeigt: Fast 40 Prozent der befragten Industriebetriebe zahlen mehr Steuern als vor der Reform. Forderungen nach einer Abschaffung der Steuer werden laut.

40 Prozent der befragten Industriebetriebe zahlen nach der Reform mehr Steuern als zuvor. Quelle: dpa

40 Prozent der befragten Industriebetriebe zahlen nach der Reform mehr Steuern als zuvor.

Düsseldorf

Teile der Unternehmenssteuerreform 2008 sind für viele Unternehmen im Rezessionsjahr 2009 zur Belastung geworden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des DIHK über die Nebenwirkungen der Reform, die dem Handelsblatt (Dienstagsausgabe) exklusiv vorliegt. Demnach sehen sich hochgerechnet 137.000 Unternehmen durch die Neuerungen bei der Gewerbesteuer benachteiligt.

Sie müssen heute einen Teil der Mieten, Leasingraten, Zins- und Pachtkosten zum Gewinn addieren und somit Steuern auf Kosten zahlen - in Notzeiten also aus dem Eigenkapital und damit aus der Substanz. Fast 40 Prozent der befragten Industriebetriebe und 15 Prozent der Handelsunternehmen zahlten daher mehr Steuern als sie nach altem Recht hätten zahlen müssen - trotz der niedrigeren Steuersätze.

Dass vor allem so viele Industriebetriebe Nachteile hatten, überraschte den DIHK. "Die gewerbesteuerliche Hinzurechnung ist aus Sicht der Betriebe falsch und sollte daher abgeschafft werden", sagte DIHK-Präsident Hans-Heinrich Driftmann.

Als Last hat sich außerdem die Vorschrift erwiesen, dass bei Fusionen die übernehmende Firma die Verluste des gekauften Unternehmens nicht steuerlich vortragen kann. "Bei etwa 8.000 Kapitalgesellschaften wurde wegen dieser Mantelkaufregel eine Sanierung be- oder verhindert", so das Fazit der DIHK-Studie. Driftmann verlangt daher erhebliche Nachbesserungen an der Reform der Großen Koalition.

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