Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.01.2009

07:04 Uhr

Unternehmer-Tragödie

Milliardär Adolf Merckle begeht Selbstmord

Tragisches Ende eines Unternehmerlebens: Der in Finanznot geratene schwäbische Milliardär Adolf Merckle hat sich am Montagabend in der Nähe seines Wohnorts Blaubeuren das Leben genommen. Der 74-Jährige konnte nach Angaben seiner Familie die finanziellen Sorgen nicht mehr ertragen. Er hinterließ einen Abschiedsbrief.

Der Ort, an dem Adolf Merckle ums Leben kam. Im Hintergrund steht ein Streifenwagen der Polizei. Foto: dpa dpa

Der Ort, an dem Adolf Merckle ums Leben kam. Im Hintergrund steht ein Streifenwagen der Polizei. Foto: dpa

HB BLAUBEUREN/STUTTGART. Die Familie von Adolf Merckle bestätigte am Dienstagnachmittag den Freitod des 74-jährigen Unternehmers. In einer persönlichen Erklärung teilte die Familie mit: „Die durch die Finanzkrise verursachte wirtschaftliche Notlage seiner Firmen und die damit verbundenen Unsicherheiten der letzten Wochen sowie die Ohnmacht, nicht mehr handeln zu können, haben den leidenschaftlichen Familienunternehmer gebrochen, und er hat sein Leben beendet.“

Der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger hat den verstorbenen Adolf Merckle als „große Unternehmerpersönlichkeit“ gewürdigt. Die Nachricht vom Tod des 74-Jährigen habe ihn tief erschüttert, erklärte der CDU-Politiker am Dienstag. „In diesen schweren Stunden gilt unsere Anteilnahme seiner Familie.

Trotz der Finanzprobleme der letzten Wochen hat Adolf Merckle ein mittelständisches Unternehmen von europäischer Bedeutung aufgebaut“, erklärte Oettinger weiter. Merckle habe auch seine soziale und gesellschaftliche Verantwortung in besonderer Weise wahrgenommen. Der Unternehmer hatte sich am Montagabend selbst das Leben genommen.

Nach Berichten der Nachrichtenagentur dpa gibt es einen Abschiedsbrief. Merckles Firmenimperium war wegen seinen Fehlspekulationen mit VW-Aktien zuletzt in große Finanznot geraten. Die Tageszeitung „Die Welt“ und der Onlinedienst „Bild.de“ berichten, Merckle sei am Montagabend nahe Ulm von einem Zug erfasst und getötet worden.

Die Ulmer Polizei bestätigte bislang lediglich, dass es zur fraglichen Zeit einen tödlichen Bahnunfall mit einem etwa 70 Jahre alten Mann an der Strecke bei Blaubeuren-Weiler gegeben habe. Zur Identität des Toten äußerte sich das Lagezentrum bisher nicht. Die Polizei verwies auf eine Presseerklärung der Staatanwaltschaft Ulm im Laufe des Dienstags. Die Behörde war auf Anfrage zunächst nicht zu erreichen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×