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18.07.2013

18:49 Uhr

Untersuchung bei Boeing

Peilsender soll Dreamliner-Brand verursacht haben

In Europa macht der US-Hersteller Honeywell derzeit Schlagzeilen mit einem offenbar entzündlichen Kältemittel. Nun soll ein Peilsender des Unternehmen einen Brand an Bord eines Dreamliners von Boeing verursacht haben.

An Bord dieser Boeing 787 von Ethopian Airways brach vergangenen Freitag ein Brand aus. ap

An Bord dieser Boeing 787 von Ethopian Airways brach vergangenen Freitag ein Brand aus.

LondonKnapp eine Woche nach dem Feuer an Bord einer Boeing 787 in London warnt die britische Flugsicherheit vor einem Gerät der US-Firma Honeywell. Die Luftfahrtbehörden sollten in sämtlichen Flugzeugtypen die Sicherheit der von Honeywell produzierten Peilsender überprüfen, erklärte die britische Ermittlungsstelle für Luftfahrtunfälle, AAIB, am Donnerstag. Bei der 787-Dreamliner-Flotte des Airbus -Rivalen Boeing ging die AAIB noch einen Schritt weiter: Hier müsse die US-Flugaufsicht dafür sorgen, dass Boeing in sämtlichen Maschinen die Sender abschalte. Die Ursache des Feuers sei zwar weiter unklar. Das Feuer sei aber im hinteren Flugzeugrumpf ausgebrochen, wo kein anderes Gerät als Brandherd infrage komme.

Die 787er-Flotte dürfte trotz der von den Briten angeregten Vorsichtsmaßnahmen kein neues Startverbot bekommen, verlautete aus Kreisen der europäischen Aufsichtsbehörden. Die Maschine könne auch mit abgeschaltetem ELT fliegen. Der "Emergency Locator Transmitter" (ELT), eine sogenannte Notfunkbake, soll in Notfällen zur Ortung des Flugzeugs dienen. Das Honeywell-Gerät wird mit einer Lithium-Mangan-Batterie betrieben, die seit Jahrzehnten auf dem Markt ist und auch in Digitalkameras und Funkgeräten zum Einsatz kommt. Die AAIB hatte bereits kurz nach dem Brand in London erklärt, dass das Feuer wohl nicht auf die Lithium-Ionen-Akkus zurückgehe. Mit diesen hatte Boeing zuvor Probleme, was der Flotte des Prestigefliegers 787 eine monatelange Zwangspause einbrachte.

Größte Dreamliner-Flotten (Stand: Ende 2012)

All Nippon Airways

17 Maschinen im Dienst

weitere 49 bestellt

Japan Airlines

7 Maschinen im Dienst

weiter 38 Maschinen bestellt

United Airlines

6 Maschinen im Dienst

weitere 36 Maschinen bestellt

Air India

5 Maschinen im Dienst

weitere 22 Maschinen bestellt

Qatar Airways

5 Maschinen im Dienst

weitere 25 Maschinen bestellt

Ethiopian Airways

4 Maschinen im Dienst

weitere 6 Maschinen bestellt

LAN Airlines

3 Maschinen im Dienst

weitere 23 Maschinen bestellt

LOT (Polen)

2 Maschinen im Dienst

weitere 6 Maschinen bestellt

Nachdem die AAIB das Honeywell-Gerät ins Visier nahm, zeigte sich Boeing gelassen: Den Peilsender abzuschalten dauere nur rund eine Stunde, sagte ein Konzernsprecher. Die US-Behörden schrieben solche Notfunkbaken nicht vor, die Aufsicht in einigen anderen Ländern verlange diese aber für dortige Gesellschaften für Flüge im eigenen Luftraum.

Honeywell erklärte, das Unternehmen unterstütze das Vorgehen der britischen Behörden. Falls notwendig, werde Honeywell Boeing und den Fluggesellschaften mit 787er-Maschinen beim Abschalten der Funkbake helfen. Die Maßnahme sei vorübergehend und dürfte keine finanziellen Auswirkungen auf das Unternehmen haben. Der Mischkonzern warnte zugleich davor, voreilige Schlüsse zu ziehen. Auch Analysten betonten, dass der Untersuchungsbericht aus Großbritannien noch nicht vollständig sei. So sei die Brandursache weiter ungeklärt.

Laut dem Bericht der AAIB ist noch ungewiss, ob das Feuer im Inneren der Batterie von allein entstanden sei oder ob etwas anderes wie ein Kurzschluss dazu geführt habe. Die parkende Maschine der Ethiopian Airlines hatte am vergangenen Freitag auf dem Londoner Flughafen Heathrow Feuer gefangen. Von der US-Flugaufsicht war zunächst keine Stellungnahme zu bekommen.

Boeing-Aktien legten 2,9 Prozent und damit deutlich über dem Markttrend zu. Honeywell-Papiere notierten 0,7 Prozent höher, während der Dow Jones 0,6 Prozent fester tendierte.

Von

rtr

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