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04.08.2014

20:40 Uhr

Untersuchung eingeleitet

GM-Finanzsparte unter Betrugsverdacht

Nach dem Desaster um verpatzte Rückrufaktionen steht General Motors nun noch mehr rechtlicher Ärger ins Haus: Die US-Regierung untersucht Betrugsvorwürfe gegen die Finanzsparte des Auto-Herstellers.

Die Finanzsparte von General Motors sieht sich Untersuchungen durch die US-Regierung ausgesetzt. Der Grund sind Betrugsvorwürfe. Mehrere Banken hatten in ähnlichen Fällen Schadensersatz in Milliardenhöhe zahlen müssen. AFP

Die Finanzsparte von General Motors sieht sich Untersuchungen durch die US-Regierung ausgesetzt. Der Grund sind Betrugsvorwürfe. Mehrere Banken hatten in ähnlichen Fällen Schadensersatz in Milliardenhöhe zahlen müssen.

WashingtonDie US-Regierung knöpft sich die Finanzsparte des Auto-Herstellers GM vor und prüft mögliche Betrugsfälle seit Ausbruch der Finanzkrise. Die Opel-Mutter General Motors (GM) teilte am Montag mit, das Justizministerium habe die Aushändigung von Dokumenten zu Auto-Kreditfinanzierungen verlangt. Dabei gehe es um die Bündelung dieser Darlehen und den Verkauf an Investoren ab 2007.

Zahlreiche Banken haben bereits viele Milliarden Dollar Schadenersatz zahlen müssen, weil bei der Verbriefung von Krediten die Risiken nicht deutlich gemacht wurden. Dabei ging es vor allem um Hypotheken-Papiere. Der GM-Fall könnte nun der Auftakt zu größeren Ermittlungen im Bereich Autofinanzierungen sein.

Das Rückruf-Debakel von General Motors

13. Februar 2014

GM ruft in Nordamerika die ersten 778.000 Wagen wegen Problemen mit den Zündschlössern zurück. Der Schlüssel kann bei voller Fahrt in die „Aus“-Position zurückspringen. GM berichtet von sechs Toten bei Unfällen.

25. Februar 2014

GM weitet den Rückruf auf weltweit 1,6 Millionen ältere Wagen aus. In Europa sind einige Tausend Roadster Opel GT betroffen. Das Unternehmen räumt erste Versäumnisse ein. Nun ist die Rede von 13 Unfalltoten. Verbraucherschützer kommen auf weit höhere Zahlen.

12. März 2014

Aus internen Vermerken geht hervor, dass GM-Ingenieure schon 2001 während der Fahrzeugentwicklung über Probleme mit den Zündschlössern berichteten.

6. März 2014

Barra leitet eine interne Untersuchung ein. Zuvor war bekanntgeworden, dass die US-Sicherheitsbehörde NHTSA überprüft, ob GM den Rückruf verschleppt hat. In US-Medien häufen sich Geschichten von Unfallopfern.

17. März 2014

GM ruft weitere Autos wegen anderer Defekte zurück, etwa wegen Airbag-Ausfällen. Auch aktuelle Modelle sind nun betroffen. Wegen der Zündschlösser gehen die ersten Klagen von Unfallopfern und Autobesitzern ein, die den Wert ihrer Wagen geschmälert sehen.

19. März 2014

Die US-Regierung bestraft Toyota wegen der Pannenserie 2009/2010. Die Japaner müssen 1,2 Milliarden Dollar zahlen. Auch hier lautet der Vorwurf, der Konzern habe die Probleme zunächst vertuscht.

29. März 2014

GM ruft nun auch 1 Million Fahrzeuge neuerer Baujahre wegen der defekten Zündschlösser zurück. Damit steigt die Gesamtzahl für diesen Defekt auf 2,6 Millionen.

31. März 2014

Der nächste Ruf startet wegen ausfallender Servolenkungen. GM beordert nun wegen diverser Mängel insgesamt 6,3 Millionen Wagen in die Werkstätten. Die Kosten schnellen auf 750 Millionen Dollar hoch, später veranschlagt das Unternehmen 1,3 Milliarden Dollar.

2. April 2014

Bei zwei Anhörungen im US-Kongress wird Barra scharf angegangen. Antworten auf die Kernfrage, warum GM so lange mit dem Rückruf der Zündschlösser zögerte, hat sie jedoch nicht.

10. April 2014

GM beurlaubt zwei Ingenieure wegen der Zündschlösser. Zwei Wochen später wird die Entwicklungsabteilung umgebaut und deren Chef scheidet aus. Zwischenzeitlich gehen auch die Personalchefin und der Kommunikationschef.

23. April 2014

GM erklärt, die ersten Ersatzteilpakete mit Zündschlössern versandt zu haben. Nun starten die Reparaturen.

30. Juni 2014

Ein weiterer Rückruf betrifft 8,4 Millionen Wagen weltweit, die meisten davon in den USA. GM zufolge hätten diverse Wagen Defekte. „Unsere Kunden verdienen mehr als das, was wir ihnen mit diesen Wagen geboten haben“, erklärte Firmenchefin Mary Barra in Detroit.

Für GM kommen die Untersuchungen zur Unzeit. Der Marktführer in den USA musste in diesem Jahr bereits 29 Millionen Autos wegen technischer Mängel in die Werkstätten zurückrufen. Seitdem steht das Management massiv in der Kritik.

Von

rtr

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