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10.09.2013

17:09 Uhr

Uralkali

K&S-Konkurrent mit Gewinneinbruch

Vor wenigen Wochen brachte der Düngemittelkonzern Uralkali Mitbewerber stark unter Druck. Doch inzwischen ist viel passiert: Vorstandschef Baumgertner sitzt in Haft, seinem Unternehmen setzt der Umsatzrückgang zu.

Vladislav Baumgertner, Chief Executive Officer von Uralkali, wurde in Weißrussland festgenommen. dpa

Vladislav Baumgertner, Chief Executive Officer von Uralkali, wurde in Weißrussland festgenommen.

MoskauDer Überschuss des russischen Konzerns Uralkali brach im ersten Halbjahr um 53 Prozent auf 397 Millionen Dollar ein, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Der Umsatz fiel um 29 Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar. Die Zahlen fielen deutlich schlechter aus als von Analysten erwartet.

Einige Kali-Importeure würden derzeit Bestellungen zurückhalten, um die weitere Preisentwicklung abzuwarten, erklärt das Unternehmen. Noch vor wenigen Wochen hatte Uralkali das Exportkonsortium BPC mit dem weißrussischen Staatskonzern Belaruskali aufgekündigt und einen deutlichen Fall der Kali-Preise vorhergesagt. Düngemittelhersteller gerieten weltweit unter Druck. Auch die deutsche K&S leidet unter einem Umsatzeinbruch und kündigte ein Sparprogramm an.

Wladislaw Baumgertner, Konzernchef von Uralkali sitzt derzeit in Weißrussland in Haft. Sein Finanzchef Viktor Beljakow verbreitet Optimismus: „Uralkali ist gut aufgestellt, um seinen Marktanteil in diesem Wettbewerbsumfeld zu verteidigen." Für den starken Ergebnisrückgang im ersten Halbjahr seien auch Wechselkurseffekte verantwortlich.

Die größten Kaliproduzenten

Uralkali (Russland)

Kaliproduktion: 12,1 Millionen Tonnen

Weltweite Produktion 2014

Belaruskali (Weißrussland)

Kaliproduktion: 10,3 Millionen Tonnen

Potash Corp (Kanada)

Kaliproduktion: 8,8 Millionen Tonnen

Mosaic (USA)

Kaliproduktion: 8,3 Millionen Tonnen

K+S (Deutschland)

Kaliproduktion: 5,7 Millionen Tonnen

ICL (Israel)

Kaliproduktion: 5,1 Millionen Tonnen

Bisher beherrschten BPC und das nordamerikanischen Pendant Canpotex 70 Prozent des Kali-Düngemittelmarktes. Sie hielten die Preise auf einem hohen Niveau. Nun will Uralkali so viel Kali verkaufen wie möglich verkaufen und Verluste durch steigende Absatzmengen in den Schwellenländern China, Indien und Brasilien wettmachen.

Der Strategiewechsel hat zu einem Streit zwischen Russland und Weißrussland geführt. Der kleine Nachbar würde unter einem Preisverfall von Kali leiden, da das Mineral zu den wichtigsten Exportgütern zählt. Ende August nahm Weißrussland Baumgertner am Flughafen in Minsk fest. Das Land wirft dem Uralkali-Chef vor, bei der Entscheidung Ende Juli sein Amt missbraucht zu haben, schließlich ist Baumgertner auch Vorsitzender von BPC und hätte auch die Interessen des Exportkonsortiums im Blick haben müssen.
In russischen Medien war zuletzt spekuliert worden, dass Kerimow, der über 20 Prozent an Uralkali hält, seinen Anteil reduzieren könnte. Der Oligarch, dem auch der Fußballklub Anschi Machatschkala gehört, hatte dort kürzlich bereits mehrere Top-Spieler verkauft. Uralkali-Finanzchef Belyakow weiß nach eigenen Angaben aber nichts von einem Rückzug Kerimows.

Von

rtr

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